#37 Mattot – „Stämme“
Mattot
4. Mose 30,2-32,42
Jeremiah 1,1-2,3; Lukas 13,1-9
In der Lesung Mattot werden wir mit der Frage konfrontiert, unter welchen Bedingungen Frauen Verträge eingehen oder Verpflichtungen und Gelübde auf sich nehmen können. Da das Thema der Rollenverteilungen zwischen Männern und Frauen immer wieder kontrovers diskutiert und unterschiedlich interpretiert wird, wollen wir an dieser Stele eine sorgfältige Untersuchung des Kapitel 30 aus dem 4. Buch Mose wagen.
Das Thema der Gelübde
Im Text von Mattot sehen wir einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern, wenn es um die Aufnahme eines Gelübdes geht. Zu den Männern heißt es:
Wenn ein Mann YHWH ein Gelübde ablegt oder einen Eid schwört, womit er eine Verpflichtung auf seine Seele bindet, so soll er sein Wort nicht brechen; sondern gemäß allem, was aus seinem Mund hervorgegangen ist, soll er handeln. (4. Mose 30,3)
Für den Fall, dass ein Mann ein Gelübde ablegen wollte, gab es keinen Zweifel daran, dass er an dieses Gelübde oder den Eid gebunden war. Wenn er dennoch abwich, würde es ihm als Sünde angerechnet.
Bezüglich der Frauen lesen wir dies ein klein wenig anders. Hier spielt die Lebenssituation eine entscheidende Rolle. Fassen wir einmal zusammen.
- Generell waren auch Frauen dazu verpflichtet, ihre Gelübde zu halten.
- Lebte die Frau unter dem Dach ihres Vaters oder war mit einem Mann verheiratet, so konnte der entsprechende Mann das Gelübde an dem Tag, an dem er davon Kenntnis nahm, aufheben.
- Eine Auflösung des Gelübdes war auch später möglich, allerdings trug dann der Mann die Schuld.
- Witwen oder Verstoßene mussten sich an ihre Gelübde halten und hatten keinen Mann, der ihren Eid aufheben konnte (Vgl. 4. Mose 30,10).
Ein Gelübde konnte dabei ein Versprechen, ein Vertrag, eine Zusage oder sonst eine Verpflichtung sein. Warum gab es nun die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen?
Die unterschiedlichen Stärken der Geschlechter
Zunächst sollten wir festhalten, dass die Gebote aus Mattot in Bezug auf die Gelübde in keinster Weise Frauen die Geschäftsfähigkeit absprechen. Im Gegenteil, Frauen waren im alten Israel genauso an ihre Gelübde gebunden und damit auch als Vertrags- oder Geschäftspartner geeignet.
Wenn wir uns die tugendhafte Frau aus Sprüche 31,10-31 ansehen, dann sehen wir eine Unternehmerin, die mit beiden Beinen fest in der Geschäftswelt verankert war.
Diese Frau zeichnete sich unter anderem dadurch aus, dass sie
- Wolle und Flachs besorgte und diese verarbeitete,
- den Handelsschiffen glich,
- das Tagwerk ihrer Mägde bestimmte,
- einen Acker erwarb,
- sie Hemden fertigte und dem Händler Gürtel verkaufte.
Dieses Loblied zeigt uns, dass eine tugendhafte Frau durchaus geschäftstüchtig und offensichtlich auch als Vertragspartner anerkannt war.
Doch welche Rolle spielte der Mann dabei? Im Bild der tugendhaften Frau taucht dieser lediglich im Tor sitzend auf. Er verließ sich auf seine Frau und vertraute ihr, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen würde.
Dennoch hatte der Mann das Recht, sämtliche Verträge und Verpflichtungen der Frau aufzuheben. Doch wie sollte er dieses Recht ausüben? Würde der Mann seine Frau auf Schritt und Tritt kontrollieren müssen?
Schauen wir uns an, wie Jeschua die Rolle des Bräutigams ausübt.
Wie Jeschua Gelübde aufhebt
Grundsätzlich ist Jeschua als unser Eheherr jederzeit in der Lage, die Gelübde aufzuheben, die wir uns fälschlicherweise oder zu unserem Schaden aufgeladen haben. Doch tut er es einfach so? Kontrolliert uns der Allmächtige in dem, was wir tun?
Tatsächlich lässt uns Jeschua unsere Erfahrungen machen. Es ist zu unserem Vorteil, wenn wir unsere Wege mit dem Schöpfer von Himmel und Erde besprechen, bevor wir sie gehen. Noch besser wäre es für uns, wenn wir seinem Rat und seinen Anweisungen gegenüber gehorsam sind.
Wenn wir aber dennoch Fehlentscheidungen treffen, Festlegungen in uns tragen, die uns schaden, so hilft Jeschua uns gern, aus dem Labyrinth von Eiden und Gelübden, die wir unterbewusst geschossen haben, herauszufinden. Jeschua bietet uns seine Hilfe an, indem er sagt:
Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! (Matthäus 11,28)
Wie also sollten wir Männer mit unseren Frauen umgehen? Wir sollten ihnen vertrauen und sie in ihren Projekten unterstützen. Und sollte uns tatsächlich einmal eine Entscheidung auffallen, bei der wir Bedenken haben, dann sprechen wir mit ihnen darüber. Und nur, wenn wir wirklich Schaden abwenden müssen, werden wir eine Verpflichtung unserer Frau gegen ihren Willen aufheben. Nur dann!
Darüber hinaus lieben wir unsere Frauen und stehen ihnen als Begleiter, Berater und Unterstützter zur Seite, damit auch sie ihre persönlichen Entwicklungsschritte gehen können.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Messias die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, (Epheser 5,25)
Bildquelle: Pexels.com
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