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Die Stämme Israels – Teil 8 – Die Stämme heute: Der Löwe Dan

Hosea Ben Zion 16. September 2016 Die Stämme Israels Dan, dänemark, Israel, Stämme

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diestaemmeisraels_8danheuteIm letzten Teil dieser Themenreihe haben wir gesehen, wie heutige Nationen die Erben der verlorenen zehn Stämme Israels darstellen. Unter diesem Aspekt erscheinen viele historische Erlebnisse unter einem ganz neuen Licht, da sie mit Prophetien und biblischen Geschehnissen verknüpft sind.

Es gibt viele hervorragende Geschichten, die man dazu heranziehen könnte. So zum Beispiel Dänemark (Dan) im zweiten Weltkrieg.

Es ist kein Zufall, dass Nationen, die mit den zehn verlorenen Stämmen in Verbindung gebracht werden, gegenüber Juden eine besondere Rolle spielten – so auch der „Löwe Dan“ (5.Mo 33,22).

Der 9. April 1940

Am 9. April 1940 greift Deutschland Dänemark trotz des Nichtangriffspakts an, der ein Jahr zuvor auf deutsche Initiative hin eingegangen wurde. Dänemark ist für eine militärische Verteidigung nicht gerüstet.

Und so wird Dänemark mittels zwei Infanteriedivisionen und eine Schützenbrigade besetzt. Während motorisierte Einheiten am 9. April 1940 nach Südjütland einmarschieren, wird Ålborg im Norden der Halbinsel von Luftlandetruppen eingenommen.

Fallschirmjäger nehmen ebenfalls die strategisch wichtige Brücke zwischen den Inseln Falster und Seeland ein. Von See her erfolgen die Landungen in Kopenhagen und den Ostseehäfen Nyborg, Korsör, Gedser und Middelfart.

In einem Ultimatum wird die Regierung Dänemarks aufgefordert, den Einmarsch der Wehrmacht als Schutzmaßnahme gegenüber einer unmittelbar bevorstehenden Invasion der Alliierten anzuerkennen.

Die Besetzung des Landes stößt auf keine nennenswerte militärische Gegenwehr.

Angesichts der Übermacht der deutschen Truppen und der Drohung einer Bombardierung Kopenhagens durch die Luftwaffe erklärt die dänische Armee einen Tag später, am 10. April 1940, ihre Kapitulation.

König Christian X. (1870-1947) fordert die dänische Bevölkerung gezwungenermaßen auf, jeglichen Widerstand aufzugeben. Im Gegenzug sichert das Deutsche Reich Dänemark trotz Errichtung eines Besatzungsregimes die politische Unabhängigkeit zu. Heer, Flotte und Polizei bleiben unter dänischer Führung.

Kollaboration und Widerstand

Auf der einen Seite bemühen sich die dänischen Behörden um eine enge Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht, doch die Mehrheit der Bevölkerung ist englisch-freundlich gesinnt. Allerdings ist sich jeder bewusst, dass man sich in Europa auf eine deutsche Vorherrschaft einrichten muss.

Auf die Werbung der Nationalsozialisten fallen jedoch nur wenige Dänen herein. (Die NSDAP konnte nie einen größeren Zustrom als 2 – 3 % der dänischen Bevölkerung verzeichnen. Nur die deutsche Minderheit im Grenzgebiet schloss sich massiv dem Nationalsozialismus an.)

Die Juden während der Besatzung

Die Besetzung durch die Deutschen setzt die ca. 8.000 dänischen Juden unter starken Druck. Natürlich ist bekannt was in Deutschland bereits geschehen ist.

Die dänische Regierung erklärt, dass sie sich Rassengesetzen und diskriminierenden Eingriffen entgegensetzen werde. Die Synagogen, jüdische Schulen und andere Institute werden unauffällig von jungen Juden bewacht und mit der Alarmzentrale der dänischen Polizei verbunden.

Einmalig ist eine Aktion des dänischen Königs Christian X: Als die Besatzer 1943 allen dänischen Juden befehlen, einen Judenstern zu tragen, wendet sich der König im illegalen Radiosender an die Öffentlichkeit:

König Christian hat von Schloss Amalienborg aus auf die deutsche Anordnung, alle Juden hätten einen Judenstern zu tragen, die folgende Antwort erteilt. Der König erklärt, dass es zwischen einem Dänen und einem Juden keinerlei Unterschied gäbe. Er selbst wird als erster den Davidstern tragen, und er erwartet, dass jeder loyale Däne das gleiche tut.

Am nächsten Tag trägt fast die gesamte Bevölkerung von Kopenhagen Armbinden, auf denen der Davidstern zu sehen ist.

Einen Tag später heben die Deutschen ihre Anordnung wieder auf!

Stimmungsumschwung 1943

Stalingrad, El Alamein und die Landung der alliierten Truppen in Italien, große Bombardements norddeutscher Städte – viele dieser Ereignisse tragen dazu bei, dass die Stimmung in Dänemark von Anpassung in Trotz umschlägt.

Illegale Flugblätter werden verteilt, deutsche Ziele und Betriebe, die für die Besatzungsmacht arbeiten, werden sabotiert. Die Saboteure beginnen Sprengstoff einzusetzen und nehmen Verbindung mit England auf.

Die Kollaboration von Behörden und Organisationen wird scharf attackiert und die Bevölkerung lehnt jede weitere Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht ab.

Die Generalstreiksbewegung entsteht.

Am 29. August 1943 wird schließlich der militärische Ausnahmezustand über ganz Dänemark verhängt. SS-Gruppenführer Werner Best, von 1942 – 45 oberster Chef der Besatzungsmacht, wird von Hitler wegen seiner Weichheit beschimpft und beginnt daran zu arbeiten, eine “Politik der harten Hand” gegenüber den Dänen durchzusetzen.

Die Judenaktion in Dänemark

Seit 1941 ist der systematische Völkermord an den Juden Europas voll im Gange. 3 Millionen Juden sind bereits bei den Massakern und in den Gaskammern der Vernichtungslager umgekommen.

Jetzt scheint auch der Zeitpunkt der “Endlösung” in Dänemark gekommen zu sein.

Am 15. September 1943 befürwortet Hitler die Deportation der dänischen Juden. Die Vorbereitungen laufen sofort an. Deutsche Polizeieinheiten werden aufgestellt und Spezialisten aus der Abteilung Adolf Eichmanns kommen nach Kopenhagen.

Die Warnung

Am 28. September nimmt SS Werner Best den endgültigen Befehl aus Berlin entgegen.

Doch Georg Ferdinand Duckwitz (1904–1973), seit 1932 Mitglied der NSDAP, hatte sich 1943 schon lange vom Nationalsozialismus abgewandt und verfügte über gute Kontakte zu führenden dänischen Sozialdemokraten.

Am 29. September 1943 erfährt er von Best von der für die Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1943 bevorstehenden Deportation der dänischen Juden über Deutschland in die Konzentrationslager.

Über seine dänischen Bekannten bei den Reedern informiert er den Oberrabbiner von Kopenhagen.

Es ist der Abend des 29.Septembers – Rosh Hashana, das jüdische Neujahrsfest. Und damit ein „Glücksfall“, da Juden beieinander sind. Die Nachricht verbreitet sich so innerhalb kürzester Zeit unter den Juden in ganz Dänemark.

Duckwitz reist währenddessen heimlich ins neutrale Schweden und informiert dortige Regierungsstellen über die bevorstehende Massenflucht. Ferienheime wurden kurzfristig für die zu erwartenden Flüchtlinge bereitgestellt.

7.000 der 8.000 dänischen Juden und manche jüdische deutsche Flüchtlinge werden in den nächsten zwei Tagen über den Öresund, das Kattegat und die dänische Ostseeinsel Bornholm nach Schweden geschmuggelt. Die geographische Lage ist dabei ein wichtiger Faktor. Die Entfernung zwischen der dänischen Ostküste und Schweden beträgt stellenweise nur wenige Kilometer.

Dänische Fischer spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation der Flucht über das Meer. Sie schmuggeln Juden an den deutschen Küstenpatrouillen vorbei, und riskierten damit ins Gefängnis oder Konzentrationslager zu kommen.

Doch Polizei und Küstenschutz der Dänen schauen bewusst weg. Die Wehrmachtsführung in Dänemark ist gegen die Deportation der Juden in die Konzentrationslager, um die bisher weitgehend harmonische Zusammenarbeit dänischer und deutscher Dienststellen nicht zu gefährden.

Insgesamt können die Nazis nur 481 dänische Juden finden und in das KZ Theresienstadt deportieren.

Im KZ Theresienstadt

Die dänische Regierung erreicht für die Deportierten einen Besuch des Roten Kreuzes in Theresienstadt.

Auch wurde der dänische König seiner Rolle gerecht und informiert sich regelmäßig nach „seinen Juden“ und ihrem Wohlergehen!

Der dänisch-jüdische Überlebende von Theresienstadt, Salle Fischermann, berichtet im Jahre 2003:

Spontan ergriffen viele, viele Dänen die Initiative – alle halfen mit, wo sie nur konnten, Verstecke oder Fluchtwege zu organisieren: in Krankenwagen, ja sogar in Müllwagen, alles, was fahren konnte. Auch Krankenhäuser und Kirchen waren wichtige Verstecke. Die Dänen haben sogar Geld gesammelt, um die Fischer für die gefährliche Fluchtüberfahrt zu bezahlen. Sie hatten ja während dieser Zeit keine Einnahmen. Selbst die dann Deportierten vergaßen sie nicht und sammelten Geld für Hilfspakete, die sie in die Lager schickten. Ich möchte behaupten, dass wir nur dadurch überlebt haben.

„Nur“ 50 der von Dänemark deportierten Juden finden im KZ den Tod (dazu zwei im KZ geborene Kinder). Das waren ca. 0,6% der dänischen Juden.

Allein diese Rettungsaktion erklärt die relativ geringe Opferzahl im Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern, die mindestens 20 % (Frankreich) bis 84 % (Niederlande) ihrer jüdischen Bevölkerung verlieren.

Im Vergleich:

Deutschland: 33 % (165.000 von 499.000)
Tschechoslowakei: 91% (350.000 von 385.000)
Polen: über 90% (über 3 Mio von 3.350.000)

Beginnend mit dem 13. April 1945 werden die überlebenden dänischen Juden aus dem Konzentrationslager Theresienstadt im Rahmen der Rettungsaktion der Weißen Busse des Schwedischen Roten Kreuzes in einem Konvoi durch Deutschland über die dänische Grenze bei Padborg nach Schweden in Sicherheit gebracht.

Der Löwe Dan

Biblische Prophetien weisen darauf hin, dass das heutige Dänemark primär vom israelischen Stamm Dan abstammt.

Die Rolle Dans ist, für Israel zu kämpfen, vorauszugehen und im Angriff die restlichen Stämme zu beschützen.

Während des zweiten Weltkrieges wurde Dan dieser Rolle wunderbar gerecht!

Reichen Segen,
Hosea

 

Quellenangaben:
  • Besetzung von Dänemark
  • Rettung der dänischen Juden – wikipedia
  • Die Rettung der dänischen Juden – hagalil

 

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