#34 Bamidbar – “In der Wüste”
Bamidbar
4. Mose 1,1-4,20
Hosea 2,1-22; Matthäus 4,1-17
In der Lesung Bamidbar erfahren wir, wie das Lager der Kinder Israels geordnet war. Da YHWH ein Gott der Ordnungsprinzipien ist, überließ er auch die Platzierung der Zelte nicht dem Zufall.
Vor dem Hintergrund, dass die Torah zu uns in Gleichnissen spricht (Vgl. Psalm 78,1-2), sehen wir uns ein Detail innerhalb der Lagerordnung an.
Die Platzierung der Zelte
Das Lager der Kinder Israels in der Wüste hatte eine recht einfache Form. Es war kreisrund, wobei sich die Stiftshütte in der Mitte befand.
Die Kinder Israels sollen sich jeder bei seinem Banner und bei den Zeichen ihrer Vaterhäuser lagern; der Stiftshütte zugewandt sollen sie sich ringsum lagern. (4. Mose 2,2)
Alle Stämme sollten sich mit ihren Zelten um die Stiftshütte herum anordnen. Allerdings sollten die Eingänge der Zelte dem Heiligtum zugewandt sein. Der hebräische Text lässt hier mehrere Deutungen zu, die wir uns im Einzelnen ansehen wollen.
Wenn der Zelteingang der Stiftshütte zugewandt war, dann war das zentrale Heiligtum immer das Erste, was die Hebräer sahen, wenn sie ihre Behausung verließen. Es war nicht die Wüste oder der Nachbar – es war die Wohnung Gottes, die sie morgens als Erstes sahen.
Damit sollte ihr Fokus nicht auf den wenig lebenswerten Bedingungen in einer trockenen Sandwüste liegen oder auf den Feinden, die Israel gern vernichtet hätten. Vielmehr sollten die Hebräer ihren Blick fest auf Gott gerichtet haben – und das betrifft uns heute auch.
Es ist nicht so wichtig, was draußen passiert, solang Gott an unserer Seite ist und wir ihn im Fokus haben.
Die Ehesprache
Das hebräische Wort neged, welches in der Schlachter 2000 mit “zugewandt” übersetzt wurde, findet seine erste Verwendung in folgender Bibelstelle:
Und Gott YHWH sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! (1. Mose 2,18)
Eva war die Frau, die Adam entsprechen bzw. sein Gegenüber sein sollte. Im Grunde könnten wir diese Analogie einer Ehe auch auf die Position der Stiftshütte im Lager übertragen. Sie sollte eine Entsprechung, ein Gegenüber für die Zelte der Israeliten sein.
Wenn ein Mann seine Frau ansieht, dann sieht er sein eigenes Fleisch und Blut an, denn beide sind ein Fleisch. Wenn der Hebräer sein Zelt verließ, sah er ein Bild seiner wahren Heimat, denn der Gläubige ist mit Gott ein Geist (Vgl. 1. Korinther 6,17).
Die Entfernung
Eine weitere Deutung der hebräischen Formulierung an der genannten Stelle lautet, dass die Zelte der Kinder Israels in einiger Entfernung zur Stiftshütte stehen sollten.
Auch diese Deutung lässt sich sehr gut in die Ehethematik einbinden. Mit dem Bundesschluss am Sinai hatte sich das Volk zwar mit Gott verlobt, aber der Vollzug der Ehe stand noch aus. Demnach mussten Braut und Bräutigam noch in einer Entfernung zueinander bleiben.
Laut jüdischer Überlieferung bestand die Entfernung genau aus einem Schabbatweg, sodass die Hebräer auch am Schabbat zur Stiftshütte kommen konnten.
Auf einer prophetischen Ebene deutet dieser Weg wiederum auf den Vollzug der Ehe und das Hochzeitsfest am Ende der Tage. Nach 6.000 Jahren wird Jeschua mit seiner Braut im Millennium feiern.
Fazit
Alle konkreten Beschreibungen und Gebote der Bibel haben eine geistlich-bildliche Ebene, mit der Gott uns sein Evangelium offenbaren will. In der hebräischen Sprache werden diese Bilder noch viel deutlicher als in den deutschen Texten.
Lasst uns also immer tiefer in der Schrift graben und die wahren Schätze zutage fördern. Denn dadurch wird unser Geist verändert, wenn wir Gottes Wort in seiner Sprache verstehen lernen.
Bildquelle: KI generiert (DALL-E 3)
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