Der König auf dem Feld

Es ist uns eine große Freude, euch durch den Monat Elul zu begleiten. Ich möchte heute von einem anderen Blickwinkel, einer biblischen Geschichte kommend, auf die Tatsache fokussieren, dass der König auf dem Feld ist. Auch wenn die Geschichte der Ruth in den jüdischen Synagogen an Shavuot gelesen wird, ist doch geistlich gesprochen eine tiefe Verbindung von Boaz zum König auf dem Feld da. Boaz traf auf Ruth im Feld: „Lass mich doch aufs Feld gehen und unter den Ähren lesen … Und Ruth ging hin … und sie traf zufällig auf das Feldstück des Boas.“ (Ruth 2,3)
„Und Boas sprach: Tritt herzu … Da setzte sie sich zur Seite der Schnitter.“ (Ruth 2,14)
Ruth war eifrig im Ährenlesen, als Boas, der Eigentümer des Feldes sie zum Mittagessen einlädt. Boas ist ein Vorausbild auf Yeshua. Mit welcher Fürsorge kümmert er sich um die Seinen! „Tritt herzu“ heißt: Komm zu mir, ich möchte Gemeinschaft mit dir haben. Ist das nicht etwas Großes?
„Iss von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig … und er reichte ihr geröstete Körner; und sie aß und wurde satt.“ (Ruth 2,14)
Das Brot, das Boaz der Ruth reichte, erinnert an Yeshua, der das Brot des Lebens ist. Der Essig erinnert an die Bitterkeit seiner Leiden (Psalm 69) und an seinen Tod. Und die im Feuer gerösteten Körner an den Brandgeruch Golgathas.
So hat sich dort auf dem Feld in der Liebesgeschichte zwischen Ruth und Boas die ganze Erlösungsgeschichte abgespielt. Es war auch auf unserem Feld, dass Yeshua uns erlöst hat. Und jetzt naht er sich uns ganz besonders im Monat Elulu, auch um unsere Liebe aufzufrischen. Aber auch um zu sehen, wie wir auf dem Feld arbeiten. Wie wir für ihn Seelen gewinnen, wie wir dort sein Brot austeilen, so dass andere essen und satt werden.
Möge das Feuer unserer Liebesgeschichte neu entfachen.
Hildegard
