Parascha ‚ki-tissa‘ – (= „wenn Du erhebst“ )

oben die Zeugnisses von Goldenen Kalb am Berg Sinaj in Saudi Arabien
Parascha ‚ki-tissa‘ – (= „wenn Du erhebst“ ) – 2. Mo. 30, 11 – 34, 35;
Liebe Geschwister,
unsere wöchentliche Tora-Lesung beginnt mit den folgenden Worten:
V11) Der Ewige redete zu Mosche sprechend:
V12) Wenn du die Gesamtzahl der Söhne Israel nach ihren Gemusterten aufnimmst, dann sollen sie bei ihrer Musterung ein jeder dem Ewigen ein Lösegeld/Deckung – כֹּפֶר kofer für sein Leben geben, damit bei ihrer Musterung keine Plage über sie kommt.
V13) Dies sollen sie geben: jeder, der zu den Gemusterten hinübergeht, einen halben Schekel – מַחֲצִית הַשֶּׁקֶל machazit-haSchekel, nach dem Schekel des Heiligtums, zwanzig Gera der Schekel, einen halben Schekel als Hebopfer -תְּרוּמָה truma für den Ewigen.
Es folgt eine kurze Zusammenfassung der Parascha:
Kp. 30, 11-16:
Der Ewige spricht zu Mosche und gibt Anweisungen zur Durchführung einer Volkszählung der Söhne Israels. Jeder, der gezählt wird, soll ein Lösegeld für sein Leben geben, um eine Plage zu vermeiden.
Kp. 30, 17-21:
Anweisungen zur Herstellung eines bronzenen Beckens für die Waschungen der Priester, um Reinheit zu gewährleisten.
Kp. 30, 22-33:
Vorschriften zur Herstellung des heiligen Salböls und dessen Verwendung.
Kp. 30, 34-38:
Anweisungen zur Herstellung des heiligen Räucherwerks.
Kp. 31, 1-11:
Der Ewige ernennt Bezal‘el und Oholi‘av, um die Arbeiten am Heiligtum zu leiten.
Kp. 31, 12-18:
Der Ewige betont die Wichtigkeit des Schabbats und übergibt Mosche die beiden steinernen Tafeln mit den Zehn Geboten.
Kp. 32:
Das goldene Kalb: Während Mosche auf dem Berg ist, machen die Israeliten ein goldenes Kalb und beten es an. Als Mosche zurückkehrt, zerstört das Kalb und bestraft die Schuldigen.
Kp. 33:
Mosche bittet den Ewigen um Vergebung für das Volk und erhält die Zusicherung, dass der Ewige mit ihnen gehen wird.
Kp. 34:
Der Ewige erneuert den Bund mit Israel und gibt Mosche neue steinerne Tafeln. Mosche kehrt mit einem strahlenden Gesicht vom Berg zurück.
Zu Beginn dieser Parascha geht es um die Volkszählung, bei der jeder erwachsene Mann, der
älter als 20 Jahre war, einen halben Schekel – מַחֲצִית הַשֶּׁקֶל für den Mischkan (Stiftszelt)
spendete. In diesem Fall war dies keine freiwillige Abgabe, sonmdern wurde damals zur heiligen Pflicht erhoben. Die direkte Zählung des jüdischen Volkes erlaubt die Tora nicht.
Oberflächlich betrachtet ist diese ganze Idee schwer zu begreifen. Ein halber Schekel reicht nicht einmal aus, um ein einziges Opfer zu finanzieren. Jedes Opfer bestand aus einem Tier, einem Weinopfer und einem Mehlopfer. All diese Dinge kosteten ein Vielfaches eines halben Schekels. Und dennoch: obwohl ein Israelit einen so kleinen Betrag beisteuert (und er darf ja weder weniger noch mehr als einen halben Schekel zahlen), erwirbt er für sich damit einen Anteil an allen Gemeindeopfern.
Es bedarf noch daran erinnrt werden, dass es in jener Zeit noch keine Münzprägung gab. Hier ist „Schekel“ auf das Silbergewicht bezogen.
Bevor der Ewige seinem Volk Israel wirklich begegnen konnte, machte sich das Volk gegenüber Elohim schuldig. Während der 40tägigen Abwesenheit von Mosche wurde sein Bruder Aharon, der in der Priesterfunktion als Hohepriester tätig war, ein „Werkzeug der Willkür“ seines Volkes. Das führte zu einem schmerzhaften Gerichtshandeln Jahs.
Warum das Götzenbild ein Kalb war, hatte verschiedene Ursachen.
Festzuhalten ist, dass es als „Ersatz und als Leiter“ für Mosche und Elohim diente.
Später hat Jerobeam I den „Stier- und Kalbskult“ besonders stark gefördert:
„Dies sind deine Götter …“, 1. Kön 12, 28 ff.; sagte er und verstieß damit gegen das 1. Gebot.
Immer wieder ist Israel herausgefordert, sich zu entscheiden, wem wollen wir wirklich dienen: dem lebendigen El oder den Götzen. Das kommt besonders beim Gerichtshandeln Elias zum Ausdruck, 1. Kön 18.
Alle Verpflichtungen des Ewigen gegenüber Israel, z. B. das Halten der Feste oder die Beachtung des Schabbats hinderten sie nicht daran, immer wieder von ihm abzufallen. Dennoch rang der Ewigen mit einem neuen Versprechen um sein Volk: 2. Mo 34, 10.
V10) Er antwortete: Siehe, ich schließe einen Bund: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie [bisher] nicht vollbracht worden sind auf der ganzen Erde und unter allen Nationen. Das ganze Volk, in dessen Mitte du [lebst], soll das Tun des Ewigen sehen; denn furchtbar ist, was ich mit dir tun werde.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen Schabbat Schalom!
