Parascha ‚schoftim‘שׁוֹפְטִים (= „Richter“)
– 5. Mo. 16, 18 – 21, 9;
Gräuelpraktiken von Feuertänzen, witchcraft, Zaubereien, Beschwörungen, Dämonenbefragungen, Kartenlegungen, Amuletten, Horoskopen und vieles mehr – die Israel strengstens verboten sind; wegen dieser Gräueltaten und wegen des Götzendienstes wurden die k’naanitischen Volksstämme aus dem Land vertrieben! – freie Fotos entnommen von Pixabay;
V18) Richter – שֹׁפְטִים schoftim und Amtsaufseher/Beamte – שֹׁטְרִים schotrim (= in Neu-hebräisch bezeichnet dies die Polizei in Israel) sollst du dir in allen deinen Toren einsetzen, die der Ewige, dein Elohim, dir nach deinen Stämmen geben wird: Sie sollen das Volk mit gerechter Rechtsprechung/gerechtem Gerichtsurteil מִשְׁפַּט צֶדֶק mischpat-zedek richten.
Diese Tora-Lesung behandelt u. a.:
- die Einsetzung von Richtern und Beamten;
- das Verbot von Bestechung und Korruption;
- Gebote über Könige, Propheten und Priester;
- die Wiederholung für die Einrichtung von Zufluchtsstädten für Totschläger;
- die Regeln für Kriegsführung und Zeugenaussagen;
Diese Parascha legt den Grundstein für ein gerechtes und ethisches Gemeinwesen in der vom Ewigen bestimmten Volksgesellschaft, die von dem berühmten obersten Grundsatzgebot geleitet werden soll:
„zedek, zedek tirdof“צֶדֶק צֶדֶק תִּרְדֹּף
= „der Gerechtigkeit, ja der Gerechtigkeit sollst du nachjagen“, 5. Mo. 16, 20.
Wir behandeln jetzt einige Verse, wo es um das Verbot von Spiritismus jeglicher Art geht. Das versuche ich mit euch in aller Tiefe, indem wir eine genaue Betrachtung der hebräischen Worte unternehmen.
Kp.18, 9-14: die Warnung vor Zauberei und Wahrsagerei
V9) Wenn du in das Land kommst, das der Ewige – יְהוָה, dein Elohim, dir geben wird, dann sollst du nicht lernen, nach [all] den Abscheulichkeiten (Gräueln) תוֹעֲבֹת to’avot jener Nationen zu tun.
= nicht nur das Tun wird hier verboten, sondern bereits das Erlernen, das Nachahmen, das Sich-Einlassen auf die Praktiken des Spiritismus. D. h. es sind jegliche Praxishandlungen untersagt, um in den Kontakt mit Dämonen aus der satanischen Geisterwelt zu treten. Wir wissen heute, dass alle Völker weltweit in diese Praktiken verstrickt waren und sind, ob die Indianerstämme in Nordamerika, ob die Azteken in Mexiko, ob Stämme im tiefsten Regenwald Amazoniens und Indonesiens. Ob die Aboriginaries in Australien, ob die Ureinwohner Madagaskars, ob in Afrika, ob in den weiten Steppen der Mongolei und Sibiriens, ob in Indien mit seinen unzählbaren Gottheiten und Tempeln. Überall und in allen Stämmen waren und sind die Menschen bis heute diesen Irrglauben an Nicht-Göttern zugewandt, wobei es sich letzten Endes um Dämonen satanischer Herkunft handelt: mit diesen Irrglauben gehören diese Praktiken zum Spiritismus. Und es waren auch die Ahnen in der Geschichte Babyloniens, Ägyptens, Persiens, Griechenlands und Roms sowie Europas, die allesamt in diese Gräuel involviert waren.
Das Wort to‘avot = Gräulichkeiten wird besonders im Kontext von Götzendienst und sexuellen Verfehlungen im Tana’ch verwendet.
Dieser Vers ist somit ein Warnsignal: Die Israeliten dürfen sich nicht von den religiösen Praktiken der K‘naaniter verstricken und beeinflussen lassen.
V10) Denn es soll/darf niemand bei dir gefunden werden,
der seinen Sohn oder seine Tochter durch das Feuer gehen läßt,
niemanden, der Wahrsagerei – קֹסֵם kossem betreibt,
kein Astrologe/Wetterkündler – מְעוֹנֵן me’onen oder
Omenleser – מְנַחֵשׁ menachesch noch
Magier – מְכַשֵּׁף mechaschef.
= „seinen Sohn oder seine Tochter durch das Feuer gehen lassen“
bezeichnet hier den später in der Bibel beschriebenen Molochkult
- Moloch war eine k‘naanitisch-phönizische Gottheit, die oft mit Feuer und Zerstörung assoziiert wurde. In der Bibel wird der Moloch als „Gräuel der Ammoniter“ bezeichnet, 1. Könige 11, 7;
- die Wendung „Kinder durchs Feuer gehen lassen“ bedeutete nicht eine symbolische Weihe, sondern tatsächlich das Opfern von Kindern durch Schlachtung und Verbrennung;
- die Opfer wurden oft auf die glühenden Arme einer bronzenen Statue gelegt, während Trommeln (Tofet) das Wehklagen übertönten;
- man glaubte, dass solche Opfer Reichtum, Fruchtbarkeit oder göttlichen Schutz bringen würden;
- obwohl die Tora diese Praxis streng verbietet, 3. Mo. 18, 21; 20, 2–5; wurde sie zeitweise sogar von israelitischen Königen wie Achas und Menasche praktiziert, 2. Kön. 16, 3 (Achas); 2. Kön. 21, 6 (Menasche);
= „jemand, der Wahrsagerei – קֹסֵם kossem betreibt“
Die hebr. Wortwurzel ק־ס־ם K–SS–M kassam; ursprünglich: „zerschneiden, zerteilen“. Daher: durch das Orakel der Lospfeile zerteilen; sodann: „wahrsagen, zaubern“ durch mantische Künste;
- auch das arabische kāssim bedeutet ebenfalls „teilen“ oder „zuteilen“ – ein Hinweis auf die Praxis des Loswerfens oder Orakels;
- die Grundbedeutung: „jemand, der durch übernatürliche Mittel Erkenntnis gewinnt“;
Ein קֹסֵם kossem ist jemand, der versucht, die Zukunft oder verborgene Dinge durch magische Mittel zu enthüllen. Dabei geht es nicht um prophetische Inspiration, sondern um technisch-magische Praktiken, die oft mit Ritualen, Gegenständen oder Formeln verbunden sind.
- die Bedeutung im biblischen Kontext: Der קֹסֵם kossem ist jemand, der versucht, Zukunft oder verborgene Dinge durch magische Praktiken zu enthüllen. Dabei geht es nicht um prophetische Inspiration, sondern um technisch-magische Praktiken, die oft mit Ritualen, Gegenständen oder Formeln verbunden sind (nach Genesius).
- Praktiken, die mit קֹסֵם verbunden sein könnten:
- Orakelbefragung (z. B. durch Lose, Flüssigkeiten, Rauch);
- Verwendung von Amuletten oder Zauberformeln;
- Konsultation von Geistern oder übernatürlichen Kräften;
- heutige oft angewendete Praktiken sind: In spiritistischen oder esoterischen Kontexten bezeichnet man als mantische Künste verschiedene Praktiken, mit denen Menschen versuchen, verborgene Informationen zu enthüllen oder mit übernatürlichen Kräften zu kommunizieren:
• Tarotkarten legen;
• Astrologie;
• Runen werfen;
• Kristallomantie (Wahrsagen mit Kristallkugeln);
• Traumdeutung;
• Pendeln oder Radiästhesie;
• Kontaktaufnahme mit Geistern oder Verstorbenen (z. B. durch Medien);
- All diese Praktiken sollen Einblick in die Zukunft, das Unbewusste oder die spirituelle Welt geben – oft mit dem Ziel, Orientierung, Heilung oder Erkenntnis zu erlangen;
In der altorientalischen Welt – besonders bei den Babyloniern, Assyrern und K‘naanitern – war Wahrsagerei ein anerkannter Berufszweig. Könige ließen Entscheidungen oft durch Wahrsager absichern.
- Bibelstellen mit קֹסֵם kossem
- Josua 13, 22: „Auch Bil‘am, den Sohn Beors, den Wahrsager קֹסֵם kossem, töteten die Israeliten mit dem Schwert.“
- 1. Samuel 15, 23: „Denn Ungehorsam ist wie die Sünde der Wahrsagerei קֶסֶם kessem…“
Diese Stellen zeigen, dass קֹסֵם kossem nicht nur verboten, sondern auch mit Ungehorsam und geistlicher Rebellion gleichgesetzt wird.
Der קֹסֵם kossem steht für den Versuch, Kontrolle über das Leben zu erlangen, ohne sich Gott zu unterwerfen. Er ist das Gegenteil eines Propheten, der Gottes Wort empfängt und weitergibt. Der Wahrsager hingegen manipuliert und erzwingt Wissen – oft aus dunklen Quellen.
= „Astrologe/Wetterkündler – מְעוֹנֵן me’onen“;
Die hebr. Wortwurzel von מְעוֹנֵן meʿonen ist ע־נ־ןʿ-n-n und bedeutet: „Wolke“, „verhüllen“, „verdecken“;
- die Grundbedeutung: „jemand, der mit Wolken arbeitet“ oder „jemand, der Zeiten beobachtet“;
- Vergleich mit anderen semitischen Sprachen:
| Sprache | Wortform | Bedeutung |
| Aramäisch | עוֹנֵן (ʿonen) | „Zeichendeuter“, „Tagewähler“ – ähnlich wie im Hebräischen |
| Arabisch | عرّاف (ʿarrāf) | „Wahrsager“, „Omenleser“ – oft mit Wetter- oder Sternzeichen verbunden |
| Akkadisch | baru | „Seher“, besonders in Bezug auf Leberorakel und Himmelszeichen |
- in der rabbinischen und klassischen Exegese wird מְעוֹנֵן me’onen oft als:
- Astrologe oder Zeitenbeobachter: jemand, der günstige oder ungünstige Tage bestimmt;
- Wetterzauberer: jemand, der durch Wolkenzeichen Vorhersagen trifft;
- Magier, der durch äußere Naturphänomene wie Wolken, Wind, Mondphasen versucht, die Zukunft zu deuten;
- der Bibelkommentator Franz Delitzsch sieht in מְעוֹנֵן me’onen einen Tagewähler oder Astrologen, der durch Beobachtung von Himmelszeichen versucht, Entscheidungen zu treffen; er betont die Nähe zur babylonischen Sternendeutung, die im Alten Orient weit verbreitet war;
- der jüdische Gelehrte David Hoffmann interpretiert מְעוֹנֵן me’onen als jemanden, der durch äußere Zeichen (besonders Wolken) versucht, göttliche Botschaften zu entschlüsseln; dabei grenzt er diese Praxis klar von prophetischer Inspiration ab und sieht darin eine Verirrung des Gottesvertrauens; in seinem Kommentar zum 5. Buch Mose betont er, dass solche Praktiken nicht nur verboten, sondern auch geistlich gefährlich sind, da sie den Menschen von der Tora wegführen;
- Rambam (Maimonides): In hilchot avoda sara nennt er מְעוֹנֵן me’onen als jemanden, der Zeichen und Omen interpretiert – etwa durch das Verhalten von Tieren, das Fallen von Gegenständen oder das Wetter;
- Raschi: sieht מְעוֹנֵן me’onen als jemanden, der Zeiten auswählt, z. B. „Heute ist ein guter Tag für eine Reise, weil ich ein gutes Omen gesehen habe.“;
- Vergleich der Übersetzungen:
| Übersetzer | Übersetzung von מְעוֹנֵן me‘onen |
| Martin Buber | „Wolkendeuter“ – poetisch, bildhaft |
| Tur-Sinai | „Beobachter von Zeiten“ – sachlich, nah am hebräischen Text |
| Zunz | „Zauberer“ – eher allgemein gehalten |
| Henning | „Astrologe“ oder „Tagewähler“ – je nach Kontext |
Fazit: der מְעוֹנֵן me’onen ist kein gewöhnlicher Zauberer, sondern jemand, der durch Beobachtung natürlicher Phänomene versucht, übernatürliche Einsicht zu gewinnen.
= „ein Omenleser – מְנַחֵשׁ menachesch“;
Die hebr. Wortwurzel von מְנַחֵשׁ menachesch entspricht נ־ח־שׁ n-ch-sch, was „erraten“, „deuten“, „orakeln“ bedeutet; das hebr. Wort nachasch für Schlange, das aus dieser Wurzel abgeleitet ist, verweist auf ihre charakteristische Eigenschaft, nur eingeschränkt sehen zu können, jedoch über ein spezielles Organ zu verfügen, mit dem sie ihre Beute „abschätzen“ oder wahrnehmen kann.
- מְנַחֵשׁ menachesch bezeichnet jemanden, der Zeichen liest und daraus Vorhersagen ableitet – etwa aus dem Verhalten von Tieren, dem Flug von Vögeln, dem Fallen von Gegenständen oder zufälligen Ereignissen;
- oft wird er als Omen-Deuter oder Aberglaubenspraktiker verstanden;
- Franz Delitzsch: in seiner biblischen Auslegungsreihe beschreibt er den מְנַחֵשׁ menachesch als jemanden, der aus zufälligen Ereignissen Schlüsse zieht, etwa: „Wenn mir ein Fuchs begegnet, ist das ein schlechtes Zeichen.“; er betont die Nähe zu babylonischen und k‘naanitischen Praktiken, die auf Manipulation des Göttlichen durch Zeichen beruhen;
- David Hoffmann: sieht den מְנַחֵשׁ menachesch als Omenleser, der nicht durch göttliche Offenbarung, sondern durch äußere Zeichen Entscheidungen trifft; er grenzt diese Praxis scharf von der prophetischen Inspiration ab und warnt vor ihrer spirituellen Irreführung;
- Raschi: nennt Beispiele wie „Wenn Brot aus dem Mund fällt, ist das ein schlechtes Omen“ – also abergläubische Deutungen alltäglicher Ereignisse;
- Rambam (Maimonides): in hilchot avoda sara zählt er den מְנַחֵשׁ menachesch zu denjenigen, der aus Zufällen Wahrsagerei betreibt, etwa durch das Verhalten von Tieren oder das Fallen von Gegenständen;
- Vergleich der Übersetzungen:
| Übersetzer | Übersetzung von מְנַחֵשׁ menachesch |
| Martin Buber | „Zeichendeuter“ – poetisch und präzise |
| Tur-Sinai | „Omenleser“ – sachlich und textnah |
| Zunz | „Beschwörer“ – eher allgemein |
| Henning | „Wahrsager“ oder „Abergläubischer“ – je nach Kontext |
Fazit: der מְנַחֵשׁ menachesch ist kein „Beschwörer“ im modernen Sinn, sondern jemand, der aus zufälligen Zeichen versucht, göttliche oder schicksalhafte Botschaften zu lesen.
= „ein Magier – מְכַשֵּׁף mechaschef“;
Die hebr. Wortwurzel von מְכַשֵּׁף mechaschef ergibt sich aus כ־ש־ף kaschaf und bedeutet: „verzaubern“, „magisch beeinflussen“;
- מְכַשֵּׁף mechaschef ist ein Partizip: „einer, der verzaubert“ oder „magisch wirkt“;
- Raschi: ein Zauberer, der durch Täuschung oder Manipulation scheinbare Wunder vollbringt;
- Rambam (Maimonides): verurteilt Magie als Aberglauben und Täuschung, oft verbunden mit Götzendienst;
- David Hoffmann: sieht den Magier als jemanden, der durch okkulte Praktiken Einfluss auf Menschen oder Natur nehmen will;
- Vergleich von Bibelübersetzern:
| Name | Übersetzung / Deutung |
| Franz Delitzsch | „Zauberer“ – mit Betonung auf okkulten Einfluss |
| Martin Buber | „Magier“ – poetisch, aber klar distanziert |
| Tur-Sinai | „Zauberer“ – sachlich und textnah |
| Zunz | „Beschwörer“ – allgemein gehalten |
| Henning | „Zauberer“ – funktional, ohne Mystik |
Fazit: der מְכַשֵּׁף mechaschef ist ein Praktiker verbotener Magie, der durch Rituale, Formeln oder Manipulation übernatürliche Wirkungen erzielen will.
V11) oder Beschwörer – חֹבֵר חָבֶר chover-chaver oder
Toten- und Geisterbefrager – שֹׁאֵל אוֹב scho’el ov oder
Wahrsager – יִדְּעֹנִי jid‘oni oder
der die Toten befragt – דּוֹרֵשׁ אֶל־הַמֵּתִים doresch-haMetim
= „ein Beschwörer – חֹבֵר חָבֶר chover-chaver“;
Die hebr. Wortwurzel ist ח־ב־ר ch-v-r chavar und bedeutet „verbinden“, „zusammenfügen“;
- die wörtlich Bedeutung ist „einer, der eine Verbindung herstellt“, meist im Sinne von magischer Beschwörung oder mit Zauberformeln;
- gemeint ist ein Zauberformelsprecher, der mittels Worten, Ritualen oder magischen Bindungen Einfluss auf Menschen, Tiere oder Geister nehmen will;
- oft verbunden mit Tierzauber, z. B. zur Abwehr von Schlangen oder zur Heilung;
- Raschi: einer, der durch Worte Tiere beeinflusst, z. B. Schlangenbeschwörer;
- Rambam (Maimonides): verurteilt solche Praktiken als Aberglaube und Täuschung;
- David Hoffmann: sieht darin eine Form von magischer Kontrolle, die mit der Tora unvereinbar ist;
- Übersetzungen verschiedener Exegeten:
| Name | Übersetzung / Deutung |
| Buber | „Zauberformelsprecher“ – poetisch und präzise |
| Tur-Sinai | „Beschwörer“ – sachlich und textnah |
| Zunz | „Bannsprecher“ – traditionell und funktional |
| Henning | „Zauberer“ oder „Formelsprecher“ – je nach Kontext |
| Delitzsch | „Zauberer“ – mit Betonung auf okkulte Praxis |
Fazit: der חֹבֵר חָבֶר chover-chaver bezeichnet jemanden, der durch magische Worte oder Rituale versucht, übernatürliche Kontrolle auszuüben.
= „ein Toten-und Geisterbefrager – שֹׁאֵל אוֹב scho’el ov“;
Die Wortwurzel von אוֹב ov ist ב-א av und bedeutet „ein Geistmedium oder Totenrufer“; auch als „Geisterstimme“ oder „Flüstern aus der Erde“ gedeutet;
- שֹׁאֵל אוֹב schoel ov ist wörtlich „einer, der einen Ov befragt“, das ist jemand, der Kontakt zu Toten oder Geistern sucht;
- gemeint ist ein Medium, das durch Rituale, Trance oder Hilfsmittel (z. B. Gefäß, Tierhaut) mit Verstorbenen oder Geisterwesen kommuniziert;
- Raschi: der Ov spricht mit „leiser Stimme aus dem Unterleib“, das ist eine Form spiritistischer Kommunikation;
- Rambam (Maimonides): verurteilt den Ov als Täuschung, der oft mit Götzendienst verbunden ist;
- David Hoffmann: sieht darin eine okkulte Praxis, die den Menschen von der göttlichen Wahrheit ablenkt;
- Übersetzungen verschiedener Exegeten:
| Name | Übersetzung / Deutung |
| Buber | „Totenbefrager“ – poetisch und präzise |
| Tur-Sinai | „Geisterbefrager“ – sachlich und textnah |
| Zunz | „Totenbeschwörer“ – traditionell und funktional |
| Henning | „Medium“ oder „Geisterrufer“ – je nach Kontext |
| Delitzsch | „Totenbeschwörer“ – mit Betonung auf spiritistische Praxis |
Fazit: der שֹׁאֵל אוֹב schoel ov ist ein Medium, das versucht, mit Verstorbenen oder Geistern zu kommunizieren;
= „ein Wahrsager – יִדְּעֹנִי jid’oni“
Die Wortwurzel von יִדְּעֹנִי jid’oni ist י־ד־ע (ajn-d-judʿ) und bedeutet: „wissen“, „erkennen“;
- יִדְּעֹנִי jid’oni kann man wörtlich wohl mit „der Wissende“ oder „der durch Geister Wissen erlangt“ übersetzen;
- das ist oft mit okkultem Wissen verbunden, das durch Geister oder Dämonen vermittelt wird;
- gemeint ist ein Wahrsager, der durch Kontakt mit Geistern oder okkulten Mächten Wissen über die Zukunft oder verborgene Dinge erlangen will;
- in der rabbinischer Literatur wird er oft als Geistermedium oder Hilfsperson des אוֹב beschrieben;
- Raschi: der יִדְּעֹנִי jid’oni hält einen Knochen (meist vom Vogel) im Mund und spricht durch ihn, das bezeichnet eine Form der spiritistischen Praxis;
- Rambam (Maimonides): verurteilt ihn als Täuscher, der vorgibt, durch Geister Wissen zu erlangen;
- David Hoffmann: sieht darin eine okkulte Wissensquelle, die mit der göttlichen Offenbarung unvereinbar ist;
- Übersetzer verschiedener Exegeten:
| Name | Übersetzung / Deutung |
| Buber | „Geisterbefrager“ – poetisch und präzise |
| Tur-Sinai | „Wahrsager“ – sachlich und textnah |
| Zunz | „Wahrsager“ – traditionell und funktional |
| Henning | „Geisterkundiger“ oder „Medium“ – je nach Kontext |
| Delitzsch | „Wahrsager“ – mit Betonung auf okkulte Praxis |
Fazit: der יִדְּעֹנִי jid’oni ist ein okkultes Medium, das durch Geister oder magische Mittel Wissen zu erlangen versucht.
V12) Denn ein Gräuel to’eva für den Ewigen – יְהוָה ist jeder, der diese Dinge tut. Aufgrund [all] dieser Gräuel treibt der Ewige – יְהוָה, dein Elohim, sie vor dir aus.
V13) Du aber sollst vollkommen/unsträflich – תָּמִים tamim mit dem Ewigen – יְהוָה, deinen Elohim, sein.
V14) Denn diese Nationen, die du austreiben wirst, hören auf Astrologen/Wetterdeuter – מְעֹנְנִים me’onim und auf Wahrsager – קֹסְמִים kossmim. Du aber – darfst so etwas nicht tun, weil der Ewige – יְהוָה, dein Elohim, es dir nicht gestattet!
= wegen all diesem Götzendienst und den damit verbundenen spiritistischen Praktiken der k‘naanitischen Volksstämme sollte das Volk Israel dieses Land einnehmen und durfte sich nicht in die gräulichen Praktiken verstricken.
Wir als Gläubige müssen uns von jeder Form eines Götzendienstes und natürlich von Spiritismus fernhalten.
Euch allen Schababat Schalom!
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