Schule des Gebets, Teil 2, Gemeinschaft
Schule des Gebets
Lars Enarson
Teil 2 – Gemeinschaft

Was ist Gebet?
Wir haben schon darüber gesprochen, was Gebet ist und warum es wichtig ist, dass wir beten. Wenn
wir das verstanden haben, motiviert uns das, ein Gebets-Leben aufzubauen und zu führen. Denn
wenn wir nicht beten, wird auch nichts geschehen. Irgendwo muss irgendjemand beten. Jemand hat
gebetet, und du wurdest gerettet. Und jetzt liegt es an dir und mir, dafür zu beten, dass andere
gerettet werden und dass Gottes Wille geschieht.
Definition von Gebet
Heute wollen wir uns die Definition von Gebet anschauen – was ist Gebet? Das ist der nächste
wichtige Punkt: dass wir verstehen, was Gebet eigentlich ist. Viele haben möglicherweise eine falsche
Vorstellung von Gebet. Sie betrachten Gebet nur als etwas, das sie benützen, um Dinge von Gott zu
bekommen.
Gebet ist Gemeinschaft oder Kommunikation mit Gott
Was ist die grundlegende Bedeutung von Gebet? Gebet ist Gemeinschaft mit Gott. Luthers
Katechismus ist eine Aufstellung von Fragen und Antworten. Eine der Fragen lautet: Was ist Gebet?
Luthers Antwort: Gebet ist deines Herzens Gespräch mit Gott. Das ist eine gute Antwort, denn
Gemeinschaft bedeutet, ein Gespräch zu führen; es bedeutet zu kommunizieren. Ein Gespräch ist
nicht sinnvoll, wenn nur eine Person redet. Gebet ist also Gemeinschaft, ist Kommunikation. Die
Bibelstelle über Gebet, die meiner Meinung nach Gebet am besten beschreibt, ist Offenbarung 3,20.
Hier wird nicht zu Sündern gesprochen. Diese Bibelstelle richtet sich an eine Gemeinde:
„Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu
dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir.“
Jesus starb, um unsere Gemeinschaft mit Gott wiederherzustellen
„Essen“ an dieser Stelle ist ein Ausdruck von Gemeinschaft. Die Essenszeit ist eine Zeit, wo du Zeit
hast, mit anderen zusammen zu sein. Zusammen zu essen war also eine Zeit der Gemeinschaft. Und
auf genau das war Jesus auch aus. Er starb, um die Gemeinschaft des Menschen mit Gott
wiederherzustellen, die Gemeinschaft, die im Garten – als Adam fiel – verlorengegangen war. Vor
dem Sündenfall wandelte Gott mit dem Menschen im Garten und sprach mit ihm. Jesus überbrückte
die durch Sünde zwischen Gott und dem Menschen entstandene Kluft wieder, sodass der Mensch in
die Gemeinschaft mit Gott zurückgebracht werden konnte. Denn Jesus sehnt sich so sehr nach dieser
Gemeinschaft, dass er sagt: „Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an“.
Schule des Gebets – Gemeinschaft – Teil 2 / Lars EnarsonSeite 2
In 1. Kor. 1,4-9 heißt es:
„…. durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes …“. Und das erfahren wir,
wenn wir Gott auf innige Weise kennenlernen, wenn wir Zeit mit Ihm verbringen.
„Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm
essen.“
Wahres Gebet entsteht aus inniger Gemeinschaft mit Gott
Gott teilt uns Sein Herz mit, und wir sind eingeladen, Ihm unser Herz mitzuteilen. Echtes wahres
Gebet kommt heraus aus dieser innigen Gemeinschaft mit Gott; das geht sogar über Worte hinaus.
Gebet ist dein Herz, das sich nach Gott ausstreckt, sich mit Gott verbindet
und Ihn berührt
Matthäus 6,6
„Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein (deinen Geist) und schließe die Tür zu (lass dich
nicht ablenken) und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das
Verborgene sieht (was im Geheimen getan wird) (es heißt hier nicht: der hört, was du im
Verborgenen betest), wird dir’s vergelten.
Gebet ist sehr viel mehr als was du sagst. Gebet ist dein Herz, das sich zu Gott hin (nach Gott)
ausstreckt. Wenn du an deinen „Gebets-Ort“ gehst, kann es vorkommen, dass du auch einmal kein
einziges Wort sagst, doch dein Herz streckt sich nach Gott aus. Dabei wirst du dann mit dem Brot
seiner Gegenwart gespeist. Und dieses Brot ist eine Stärkung für deinen Inneren Menschen. Deshalb
ist Gebet nicht nur ein Gespräch mit dem Vater aus deinem Verstand heraus, sondern es ist eine
Konversation des Herzens – d.h., dein Innere Mensch kommuniziert mit dem Allmächtigen Gott. Und
diese Verbindung, diese Berührung mit dem Allmächtigen Gott ist der wichtigste Aspekt unserer Zeit
im Gebet. Dabei geht es nicht einmal um das, was du sagst – es geht vielmehr darum, dass wir
verbunden sind mit Gott, dass wir Ihn berühren (Ps. 130:1-8).
Das Hohelied der Liebe – eine Beschreibung des Gebets / Oh „süße“ Stunde
des Gebets
Das finden wir im Hohenlied so wunderbar beschrieben. Lies das Hohelied einmal als eine
Beschreibung des Gebets. In Kapitel eins hören wir den Schrei, der, wenn wir beten, aus unserem
Herzen kommen sollte.
o Unser Herzenswunsch: Seine Küsse
Hoheslied 1,1
„Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes.“
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Wir sind die Braut des Messias. Und Deshalb sollten wir genau diese Herzenshaltung unserem
Bräutigam gegenüber haben: „Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes.“ Das ist das Wort Gottes.
Es beschreibt absolute Innigkeit, Intimität. Hier ist von Gebet die Rede. „…. denn deine Liebe ist
lieblicher als Wein …. dein Name ist eine ausgeschüttete Salbe an Duft gar köstlich …. zieh mich dir
nach, lass uns eilen. Der König möchte mich in seine Gemächer führen (V.4).“
Oh „süße“ Stunde des Gebets, die dich aus der Welt der Sorgen herausholt und dich einfach in einen
anderen Bereich versetzt – einen Bereich, wo du von dem größten „Liebhaber deines Lebens“
berührt wirst. Lobe den Herrn!
Im Hohenlied 2,3 heißt es:
„Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Jünglingen. Unter seinem
Schatten zu sitzen begehre ich, und seine Frucht ist meinem Gaumen süß.”
Verlangt es dich danach, unter dem Schatten des Allmächtigen zu sitzen? an dem „süßen“ Ort des
Allerhöchsten?
„… und seine Frucht ist meinem Gaumen süß (V.3), … er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist
sein Zeichen über mir (V.4). Er erquickt mich mit Traubenkuchen und labt mich mit Äpfeln … (V.5).“
o Jesu Herzenswunsch: Unsere Stimme hören und unser Angesicht sehen
Hoheslied 2,8-14
„8 Horch, mein Geliebter! Siehe, da kommt er, springt über die Berge, hüpft über die Hügel.
9 Mein Geliebter gleicht einer Gazelle oder einem jungen Hirsch. Siehe, da steht er vor unserer
Hauswand, schaut durch die Fenster herein, blickt durch die Gitter.
10 Mein Geliebter erhebt (seine Stimme) und spricht zu mir: „Mach dich auf, meine Freundin, meine
Schöne, und komm!
11 Denn siehe, der Winter ist vorbei, die Regenzeit ist vorüber, ist vergangen.
12 Die Blüten zeigen sich im Lande, die Zeit des Singens ist gekommen, und die Stimme der
Turteltaube lässt sich hören in unserm Land.
13 Der Feigenbaum reift seine Feigen, und die Reben, die in Blüte stehen, geben Duft. Mach dich auf,
meine Freundin, meine Schöne, und komm!
14 Meine Taube in den Schlupfwinkeln der Felsen, im Versteck an den Felsstufen, lass mich deine
Gestalt sehen, lass mich deine Stimme hören! Denn deine Stimme ist süß und deine Gestalt anmutig.
15 Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse (all die Ablenkungen), die die Weinberge verderben! Denn
unsere Weinberge stehen in Blüte.
Wir müssen es lernen, auf den Herrn zu warten, auf Ihn zu harren. Wenn du Zeit mit Jesus verbringst,
bringt dich das in eine Zeit der Fruchtbarkeit hinein.
„Mach dich auf meine Freundin, meine Schöne, und komm!“ … meine Taube in den Schlupfwinkeln der
Felsen“ (2,10).
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Hier spricht Jesus – Er spricht zu dir, und Er spricht zu mir. … im Versteck der Felswand, zeige mir dein
Gesicht … Dies ist der Herzensschrei Jesu: … lass mich deine Stimme hören! Denn deine Stimme ist süß
und deine Gestalt (dein Angesicht) anmutig …. Oh, wie sehr sucht Jesus doch nach dieser
Gemeinschaft mit uns. Er ist es, der die Initiative ergreift. Er sucht und sehnt sich danach, dass dieser
Schrei, dieser Ruf aus unserem Geist heraus vor Ihn kommt. Gebet heißt – wie es auch in Psalm 42,8
zum Ausdruck kommt –, dass die Tiefe der Tiefe ruft. Und Er sehnt sich danach, jene Stimme zu
hören. Er möchte dein Angesicht sehen. Versteck dich nicht vor Ihm, sondern komme vor Ihn mit
einem „offenen Angesicht“.
o Die kleinen Füchse – Gutes vom falschen Baum – stehlen uns die Zeit der
innigen Gemeinschaft mit Gott
Jesus braucht Gebet. Er bedarf unseres Gebets. Er sehnt sich danach. In Jesaja 53 heißt es (in der
schwedischen Bibelübersetzung), dass Er die Belohnung (hebr.: den Samen) Seiner Leiden in dir und
mir sehen wird (V.10). „Deshalb habe ich mein Leben hingegeben. Ich wollte dich hören, und ich
wollte Gemeinschaft mit dir haben.“
„Zeige mir deine Gestalt (dein Angesicht); lass mich deine Stimme hören“, und danach heißt es dann
in Vers 15: „Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse (all die Ablenkungen), die die Weinberge
verderben! Denn unsere Weinberge stehen in Blüte.“
Es sind nicht die groben Sünden, die eine innige Gemeinschaft mit Gott verhindern. Oftmals sind es
gute Dinge, kleine Füchse, die uns diese besondere Zeit stehlen.
Der Einzige, der uns beten lehren kann, ist der Heilige Geist. Wie können wir also ein Gebetsleben
aufbauen? Wie lernen wir beten? BETE! Du lernst beten, indem du betest. Durch Übung lernst du.
Räume Gott Zeit ein! Und Er tut das Übrige. Gib Ihm einfach die Gelegenheit, dich zu lehren. Dann
wird der Heilige Geist kommen und dir das Geheimnis des Betens erklären.
o Er liebt dich
Hoheslied 4,9
„Du hast mir das Herz genommen, meine Schwester, liebe Braut ….“
Und so sieht Jesus dich. Er ist verliebt. „…du hast mir das Herz genommen mit einem einzigen Blick
deiner Augen, mit einer einzigen Kette an deinem Hals. Wie schön ist deine Liebe.“
Hier spricht nicht die Braut über den Bräutigam, sondern der Bräutigam spricht über dich!
Hoheslied 4,10-12
„Deine Liebe ist lieblicher als Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft alle Gewürze. Von deinen
Lippen, meine Braut, träufelt Honigseim. Honig und Milch sind unter deiner Zunge, und der Duft
deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon.“
Wenn wir Ihn ehren, wenn wir Ihn anbeten, steigt dieser Duft, dieser Wohlgeruch der Anbetung in
Seine Nase, und das erfreut Ihn so sehr.
Schule des Gebets – Gemeinschaft – Teil 2 / Lars EnarsonSeite 5
„Von deinen Lippen, meine Braut, träufelt Honigseim. Honig und Milch sind unter deiner Zunge, und
der Duft deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon.“
o Leiden dienen dazu, den Garten und die Quelle wieder zu öffnen
In Vers 12 sagt er dann:
Du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born.
Das ist oftmals das Problem vieler Christen. Sie beten einfach aus ihrem Verstand heraus, aber die
Quelle, die sich tief in ihrem Geist befindet, bleibt verschlossen. Sie strecken sich nicht aus der Tiefe
ihres Seins nach Gott aus. Aber genau darauf ist Jesus aus. Er ist aus auf diese tiefe innige
Gemeinschaft, wo du mit allem, was in dir ist, zu ihm schreist, was in dir ist. Deshalb ruft er in Kapitel
4,16 den Nordwind auf den Plan: „Steh auf, Nordwind.“ Und mit dem Nordwind geht Trübsal, geht
Leiden einher.
o Deine Stärke auf dem Prüfstand
Im Buch Hiob heißt es:
„Wie könnte ich dich beten lehren außer durch Leiden und die Dinge, die deine Stärke prüfen (Hiob
36,19 – nach der schwedischen Übersetzung).
Finde selbst heraus, wie dieser Vers auf Hebräisch lautet. Immer wenn ich in Schwierigkeiten geraten
war, hat Er mich gelehrt. Es ist zu unserem Guten, wenn wir durch solche Zeiten gehen müssen –
Zeiten, in denen unsere Stärke geprüft wird. Denn das bringt unseren Inneren Menschen weiter.
Solche Zeiten bringen uns an einen Punkt, wo wir zu Jesus schreien: Jesus, hilf mir!!! Und jedes Mal
hat Er mich erhört. Er lässt es manchmal zu, dass wir in derlei Situationen geraten.
„Steh auf, Nordwind ….. und dann wird auch der Südwind kommen. „Wehe durch deinen Garten, dass
der Duft seiner Gewürze ströme! Mein Freund komme in seinen Garten und esse von seinen edlen
Früchten (4,16).
o Sich in Jesus verlieben
Hohesl. 8,6-7
6 „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der
Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des
Herrn,
7 sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. Wenn
einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen.“
Ich glaube, dass Gott im Westen genau das tut. Materialismus kann uns nicht mehr zufriedenstellen.
Aber wenn wir uns in Jesus verlieben, lassen wir alles andere beiseite. Und dann bist du auch in der
Lage, durch alle Trübsal, die am Ende der Tage auf uns zukommt, hindurchzugehen. „Lege mich wie
ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm.“ Denn Liebe ist unwiderstehlich, sie ist
stärker als der Tod, nichts kann sie überwinden.
Schule des Gebets – Gemeinschaft – Teil 2 / Lars EnarsonSeite 6
Als Maria zu Jesu Füßen saß, seinem Wort lauschte und mit Ihm Gemeinschaft hatte, klagte Martha
bei Ihm: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein gelassen hat zu dienen?
Worauf Jesus antwortete: „Martha, Martha! Du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge; eines
aber ist nötig, Maria aber hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird.“
Diese Herzens-Beziehung ist eine Beziehung mit dem auferstandenen Erlöser.
o Die Salbung, die uns Jesus mehr und mehr offenbart, damit wir ihn besser
kennenlernen können
In Epheser 1 betet Paulus für die Gläubigen; Sein vorrangiges Gebet in Vers 17 lautet:
Ich höre nicht auf, für euch zu beten, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der
Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen.“
Hier finden wir eine Beschreibung des Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist unser Helfer, unser Lehrer,
unser Tröster. Er ist der Geist der Weisheit und der Offenbarung, und Er ist der Geist der Erkenntnis,
damit wir ihn erkennen.
Wie nun wirkt der Geist der Weisheit und der Offenbarung in deinem Leben? Gib Ihm deine Zeit –
und jene Salbung wird beginnen, dir Jesus zu offenbaren. Und genau darum geht es bei Gebet.
E. K.
