“Die prophetische endzeitliche Bedeutung der Wanderzüge Israels, Teil 1”.
Mit dem 1. Lagerpatz (Sukkot) haben die Israeliten das Altbekannte, das Gewohnte verlassen – die gewohnten Lebensumstände in Ägypten – und sich auf den Weg in die Wüste gemacht, wo sie das Leben mit Führung, in Abhängigkeit und mit Versorgung allein durch YHWH begannen. Von Sukkot kommen sie nach Etham (4. Mose 33,3) „Und sie brachen auf von Sukkot und lagerten sich in Etam, das am Rande der Wüste liegt.“, genauso 2 Mose 13,20). Kurz davor im Vers 17 heißt es, dass YHWH sie nicht den direkten, kürzeren Weg über das Land der Philister (heute Gazastreifen) führte, damit das Volk nicht „Bedauern empfindet, wenn es Krieg sieht“ und nicht nach Ägypten zurückkehrt. Ganz ausdrücklich will YHWH weder, dass sein Volk nach Ägypten zurückkehrt noch dass es sich nach Ägypten zurücksehnt und den Aufbruch in die Wüstenwildnis bedauert (was Israel aber mehrmals tut). Zum Kriegführen waren sie auch noch nicht bereit, auch nicht dann später in Rithmah (Lager 14), nachdem die 10 Spione Israel Angst eingejagt haben. Die Lager-Lektionen vor Rithmah haben also nicht ausgereicht, wurden nicht beherzigt, sie brauchten weitere tikkun, dass heißt ein geistliches Nachbessern/Reparieren. Etham bedeutet Herauskommen/Flucht (wörtlich „Flieh vor ihnen“) aus dem geistlichen Ägypten (geistlicher Dunkelheit des Ägyptens), aus dem alten selbstverwalteten Leben, wo man YHWH nicht gekannt und nicht beachtet hat, wo man wie die Ägypter (heute: Weltmenschen) in Selbstsucht und Götzenanbetung lebte und all die Sünden praktizierte, die u.a. in Galater 5,19-21 erwähnt sind. Ethan bedeutet für die Endzeitgläubigen (für uns) auch die Flucht aus Babylon, welches für eine synkretische (vermischte) Religionsausübung/Anbetung steht. Es geht weiter (wie bei Sukkot) um das Verlassen, diesmal aber der Lebenshaltung, der geistlichen Prinzipien, nach denen wir bis jetzt lebten (Israel damals hat darin mehrmals versagt), das Ablegen der Knechtschaft der Sünde, Reinigung unserer Anbetung, unserer Beziehung zu YHWH von allen heidnischen Einflüssen. Er geht um das Herausreißen „des geistlichen Ägyptens“ aus uns. Etham bedeutet somit die Zeit der Entscheidung, welche eine lebenswichtige Entscheidung ist. Ohne totale Kapitulation vor dem Willen YHWH, vollkommene Abhängigkeit von Ihm, totales Vertrauen in Seine Versorgung und Führung können wir (wie das damalige Israel) unmöglich die Zeit unserer Wüstenwanderung, der endzeitlichen Bedrängnis und Trübsal bis zum Ende bestehen. Der alte Mensch mit seiner Selbstsucht und Rebellion kann niemals das Himmelreich erben, nur die neue Kreatur, geboren aus Glauben, Hingabe und Gehorsam unter den Willen des Vaters. Deshalb musste die erste Generation (bis auf Josua und Kaleb), die noch „das Ägypten“ in ihren Herzen aufbewahrt und sich murrend immer wieder danach gesehnt hat, in der Wüste sterben. Also – die Essenz der Etham-Lektion lautet: Entscheidung, mit dem alten Leben und der unreinen Anbetung radikal zu brechen und sich ganz radikal dem neuen Leben im Vertrauen auf die Führung und Versorgung Jahwehs zu öffnen. Seid alle reichlich gesegnet!
