Reality Check

Es gibt ja für alles seine Zeit. Auch bei diesem Thema. Obwohl ich vor einigen
Jahren schon durch die Buchreihe Called to Canaan gegangen bin und Beiträge
gepostet habe, ist mir dieses Thema erst jetzt so richtig von YHWH vor die Augen
gehalten worden.
Es geht um das Original und das Schattenbild.
Was ist das Original, was ist real und was ist der Schatten? Das können wir uns
eigentlich täglich fragen. Von was bin ich gerade bestimmt, von der Realität
YHWHs oder von dem Irdischen, das ich gerade erfahre?
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich hänge immer wieder im Irdischen fest,
anstelle mich auf das Geistliche, die Realität YHWHs zu fokussieren.
Der Feind (in Form von Ägypten und Babylon) hat ganze Arbeit geleistet, um
diesen Zusammenhang total zu verdrehen und uns damit einen falschen Fokus zu
geben.
1Korinther 10,11 ist der Ausgangsvers zu meinen Ausführungen/Gedanken.
Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren(Israeliten im ersten Exodus), sind
Vorbilder (typikos, von tupos), und sie wurden zur Warnung für uns
aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist. Darum, wer meint,
er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle!
In der Schlachter-2000-Übersetzung wird das griechische Wort tupos oder typikos
als Vorbild übersetzt. Ich finde, es trifft nicht wirklich die Bedeutung, denn die
entsprechenden hebräischen Worte wären tselem und tavnith. Dazu unten mehr.
Eigentlich geht es um das Schattenbild von dem Original.
Nachdem der Apostel die Vorrechte der Korinther aufgezählt hat, schildert er ihre
Fehler und Strafen, ihre Sünden und Plagen, die uns Heute als Vor-Schatten und
Warnung vor ähnlichen Sünden dienen sollen.
Ihre Sünden gegen YHWH und ihre Abkehr von Ihm waren typisch für die Untreue
vieler Gläubiger damals ebenso wie heute. YHWHs Gerichte über sie waren
Schattenbilder für die geistlichen Gerichte der Gegenwart. Ihr Ausschluss aus dem
irdischen Kanaan war ein Beispiel für den Ausschluss vieler Gläubiger aus dem
geistlichen Kanaan wegen ihres Unglaubens.
Diese Warnung leitet sich nicht nur von der Situation der Korinther ab, sondern
führt uns direkt zu den Lagerstätten der Israeliten, nachdem sie das Rote Meer
durchquert haben. Dazu weiter unten mehr.
Der Begriff tupos (griechisch) bedeutet etwa Typ, Muster, Vorbild, Modell, Form,
Abdruck.
Verwendung: Das griechische Wort „tupos“ bezieht sich auf eine Markierung oder
einen Abdruck, der durch einen Schlag verursacht wird, was sich metaphorisch auf
ein Muster oder Modell ausdehnt. Im Neuen Testament wird es verwendet, um eine
Form oder ein Beispiel zu beschreiben, das als Vorbild für andere dient. Es kann
sich auf eine physische Form, ein moralisches Beispiel oder ein Lehrmuster
beziehen.
Kultureller und historischer Hintergrund: In der antiken griechischen Kultur
wurde „tupos“ häufig im Zusammenhang mit handwerklichen Tätigkeiten
verwendet, bei denen ein Stempel oder eine Matrize einen Abdruck auf einem
Material erzeugte. Dieses Konzept wurde auf philosophische und ethische Lehren
ausgedehnt, bei denen ein „tupos“ eine ideale Form oder Norm darstellt. Im Neuen
Testament wird dieser Begriff verwendet, um die Idee eines Modells oder Beispiels
zu vermitteln, insbesondere im Zusammenhang mit der Lehre über die
Lebensführung der Gläubigen.
Vom Begriff tupos kann man auf die hebräischen Worte tavnith oder tselem
schließen, tavnith wurde oft im Zusammenhang mit der Gestaltung der Stiftshütte
oder des Tempels verwendet. Auch der physische Tempel war nur ein Vorschatten /
eine Vorahnung des wahren Tempels (Yeshuas, Seines Leibes).
2Mose 25,9: Genau so, wie ich dir das Vorbild (tavnit) der Wohnung und das
Vorbild (tavnit) aller ihrer Geräte zeigen werde, so sollt ihr es machen.
Tavnith
Definition: Muster, Form, Ähnlichkeit, Modell
Bedeutung: Struktur, ein Modell, Ähnlichkeit
Wortherkunft: Abgeleitet von der Wurzel banah, was „bauen“ bedeutet.
Verwendung: Das hebräische Wort „tavnith“ bezieht sich auf ein Muster, eine Form
oder ein Modell. Es wird oft im Zusammenhang mit Anweisungen für den Bau oder
die Herstellung von etwas nach einem bestimmten Entwurf verwendet. In der Bibel
wird „tavnith“ häufig mit den detaillierten Plänen in Verbindung gebracht, die YHWH
für den Bau heiliger Objekte oder Strukturen wie der Stiftshütte und des Tempels
gegeben hat.
Kultureller und historischer Hintergrund: Im alten Israel war das Konzept eines
„Musters“ oder „Modells“ von großer Bedeutung, insbesondere in religiösen
Zusammenhängen. Die Israeliten glaubten, dass das Befolgen der genauen
Anweisungen YHWHs für den Bau der Stiftshütte und später des Tempels
entscheidend für die Aufrechterhaltung einer richtigen Beziehung zu Ihm war. Diese
Bauwerke waren nicht nur Orte der Anbetung, sondern auch Symbole der
Gegenwart YHWHs inmitten Seines Volkes. Die detaillierten, von YHWH
vorgegebenen Muster unterstrichen die Bedeutung von Gehorsam und Ehrfurcht
bei der Anbetung.
Das Wort tselem wird das erste Mal im Zusammenhang mit der Erschaffung des
Menschen im Bild Elohims verwendet.
1Mose 1,26: Und Elohim sprach: Lasst uns Menschen (adam) machen nach
unserem Bild (tselem), uns ähnlich …
Tselem
Definition: Bild, Abbild, Idol (die Kurzform „tsel“ steht für Schatten, auch im Sinne
eines Schutzraumes, wie z. B. in Psalm 91,1)
Bedeutung: ein Phantom, eine Illusion, eine Ähnlichkeit, eine repräsentative Figur,
ein Idol
Wortherkunft: Von einer Wurzel mit der Bedeutung „Schatten“.
Tselem hat im Griechischen seine Entsprechung im Wort eikon bzw. eikonos,
wovon sich der Begriff Ikone ableitet. Er wird im Neuen Testament oft mit Bild bzw.
Ebenbild übersetzt, um den Mashiach als das (Eben-)Bild Elohims zu beschreiben
(s. Kolosser 1,15) und die Gläubigen, die dem (Eben-)Bild des Mashiach
gleichgestaltet werden (s. Römer 8,29).
Verwendung: Das hebräische Wort „tselem“ bezeichnet in erster Linie ein Bild oder
ein Ebenbild. Es wird häufig im Zusammenhang mit der Darstellung von einer
physischen oder visuellen Form verwendet. In der biblischen Erzählung wird tselem
vor allem verwendet, um zu beschreiben, dass der Mensch nach dem Bild YHWHs
geschaffen wurde, was eine Darstellung oder Widerspiegelung von YHWHs
Eigenschaften bedeutet, wenn auch in einer endlichen und begrenzten Weise. Der
Begriff kann sich auch auf Götzenbilder beziehen, um den Kontrast zwischen dem
wahren Bild YHWHs im Menschen und den von Menschenhand geschaffenen
falschen Bildern zu verdeutlichen.
Kultureller und historischer Hintergrund: Im alten Nahen Osten wurden in
religiösen Praktiken üblicherweise Bilder oder Götzenbilder verwendet, um
Gottheiten darzustellen. Man glaubte, dass diese Bilder die Gegenwart oder das
Wesen der Götter verkörperten, die sie darstellten.
Die Verwendung des biblischen Begriffs tselem zur Beschreibung des Menschen
als Ebenbild YHWHs war revolutionär und betonte die einzigartige Beziehung
zwischen YHWH und Mensch sowie die dem menschlichen Leben innewohnende
Würde und seinen Wert. Mit diesem Konzept unterschied sich die israelitische
Theologie von den umliegenden Kulturen, in denen häufig physische Gestalten
vergöttert wurden.
Diese drei Worte erklären etwas von dem Prinzip Original und Schatten.
Es geht um Israels entscheidende Reise vom geistlichen Ägypten ins geistliche
Kanaan. Die Wanderzüge des damaligen Israels waren ein prophetisches
Schattenbild von dem, wo das geistliche Israel von Heute durchlaufen muss. Auch
Paulus hat diese Parallelen in 1Korinther 10,1 aufgezeigt.
Die Prüfungen der 42 Lagerstätten richten sich an die letzte Generation des Volkes
YHWHs und sind ein „Realitätscheck“ für das Bemühen der Endzeitgläubigen, das
geistige Land Kanaan zu erreichen.
Der 1. Exodus ist das Schattenbild, der 2. Exodus ist sozusagen das Original. Es ist
ein geistlicher Exodus aus Ägypten (Finsternis) und Babylon (Perversion). Das
Geistliche ist das Original, das Reale.
Das Physische ist der Typus, tavnith oder tselem – ein Vor-Bild, Abbild, Voraus-
Schatten, von dem, was kommt. Ebenso der geistliche Raum, er ist das absolut
Reale im Vergleich zum physischen Raum.
Mit unserem menschlichen Verstand würden wir das wahrscheinlich genau anders
herum sehen, denn wir sind gewohnt, das Physische, Greifbare, das, was mit den
vier Sinnen wahrgenommen werden kann, als real einzustufen.
Aber nur durch den Geist Elohims und unter Umständen nur durch die Gabe der
Unterscheidung können wir das Physische und Greifbare richtig einordnen.
Dennoch ist YHWH die absolute Realität und steht über allem, wie auch Yeshua,
Sein Wort.
Epheser 6,12: denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern
gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der
Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den
himmlischen [Regionen].
Genau wie unsere Waffenrüstung geistlich ist, sind auch unsere Kämpfe geistlich.
Die grundsätzliche Frage ist immer wieder: was ist das Original und was ist das
Schattenbild, das Abbild, der vorausgehende Schatten vom Original?
Was ist irdisch, was ist geistlich/real?
Es geht um ein geistliches Prinzip.
Vielleicht könnt ihr die folgenden Themen/Fragen durchgehen und euch prüfen,
worauf ihr vertraut oder wonach ihr sucht, wie ihr euch ausrichtet, wo ihr steht.
Was ist Israel, wer ist Israel?
Wer ist Abrahams Same / Israel, DNA oder nach der Verheißung?
Was ist Jerusalem, wer ist Jerusalem?
Was ist irdisch und was ist geistlich, der erste Exodus oder der zweite Exodus?
Was ist (der Berg) Zion, wer ist (der Berg) Zion?
Kanaan, das verheißene Land, ist das irdisch oder geistlich gemeint für die letzte
Generation?
Ägypten, ein physischer Ort damals, geistlicher Ort heute?
Goshen, ein physischer Ort damals, geistlicher Ort heute?
Der Tempel, ein physischer Ort oder wir, Sein geistlicher Tempel / Seine Sukka,
Sein Wohnort?
Die kommende Hungersnot in der Endzeit: betrifft das Nahrungsmittel oder ist es
auch eine geistliche Hungersnot?
Betrifft Nahrung das physisches Brot oder Sein Wort, die Torah?
Was ist das Original: der irdische Ehebund oder der geistliche Ehebund mit
YHWH?
Was ist mit meiner physischen Familie und der geistlichen Familie?
Was ist das Original von echter Liebe, Liebe von und zu Menschen oder von und zu
YHWH?
Worauf schaue ich, was ist Real, was ist nur ein Schattenbild?
Worauf richte ich mich aus bzw. was oder wer ist mein Gegenüber? Wer oder was
ist das Bild, in das ich verwandelt werde bzw. in das ich mich verwandeln lasse?
Letztlich könnte man mit diesen Fragen die ganze Schrift, aber ebenso das ganze
Leben durchgehen.
Shalom
Rivkah
