Parascha ‚Balak‘ – 4. Mose 22, 2–25, 9;

Bild entnommen aus youtube Video von Joels Tour – siehe unten am Ende der Parascha;
Parascha ‚Balak‘ – 4. Mose 22, 2–25, 9;
V2) Balak בָּלָק, der Sohn des Zippor, sah alles, was Israel den Amoritern angetan hatte.
V3) Da fürchtete sich Moav sehr vor dem Volk, weil es zahlreich war. Deswegen ängstigte sich Moav vor den Kindern Israel.
Nun folgt hier wieder eine kurze Inhaltsübersicht:
Kp. 22
- V2-4: Balak בָּלָק, der König von Moav מוֹאָב, sah die Israeliten und fürchtete sich vor ihnen;
- V5-6: deswegen ließ Balak Boten zum Seher Bil‘am בִּלְעָם senden, um ihn zu bitten, die Israeliten zu verfluchen;
- V7-14: Bil‘am befragte den Elohim um Rat: er wurde angewiesen, die Boten abzuweisen;
- V15-21: erneut sandte Balak Boten zu ihm. Dieses Mal erhielt Bil‘am die Erlaubnis, mit ihnen zu gehen;
- V22-35: doch der Engel des Ewigen erschien Bil‘am auf dem Weg, um ihn zu warnen;
- V36-41: dann traf Bil‘am mit Balak zusammen und beide gingen auf die Höhen von Ba‘al בָּעַל;
Kp. 23
- V1-12: dort errichtete Bil‘am sieben Altäre, auf denen er opferte. Trotzdem aber segnete er die Israeliten anstatt diese zu verfluchen;
- V13-26: schließlich brachte Balak den Propheten Bil‘am an eine andere Örtlichkeit, doch erneutsegnete Bil‘am die Israeliten;
Kp.24
- V1-9: dann sah Bil‘am in einer Vision חָזוֹן chason, dass es gut ist, Israel zu segnen und sprach einen dritten Segen aus;
- V10-25: das verärgerte Balak zusehens, stattdessen prophezeite Bil‘am in der Folge das Schicksal von Moav und anderen Völkern;
Kp. 25
- V1-9: die Israeliten sündigten mit den moabitischen Frauen, wodurch sie den Abgott Ba‘al-Peor בַּעַל פְּעוֹר verehren;
- V10-18: Pinchas פִּינְחָס, der Sohn El‘asars, stoppte eine beginnende Plage מַגֵּפָה megafa durch eine spontane Tat: Als er sah, dass die Israeliten mit den moabitischen Frauen sündigten und Baal-Peor verehrten, brach eine Plage unter ihnen aus. Pinchas, der Sohn El‘asars und Enkel Aharons, sah dies und handelte entschlossen:
er stand aus der Mitte der Gemeinde auf, nahm einen Speer in seine Hand. Dann ging er dem israelitischen Mann in das Innere des Zeltes nach und durchbohrte beide, den israelitischen Mann und die Frau, durch ihren Leib. Da wurde die Plage von den Kindern Israel abgewehrt.
Wir wollen uns in dieser Lesung genauer mit den 3 prophetischen Wortpassagen Bil’ams beschäftigen. Seine Reden werden mit dem hebräischen Wort maschal = Gleichnissprüche wie in den Evangelien bei Jeschuas Gleichnissen bezeichnet:
- erste prophetische Rede: 4. Mo. 23, 7-10;
- zweite prophetische Rede: 4. Mo. 23, 18-24;
- dritte prophetische Rede: 4. Mo. 24, 3-9;
die erste prophetische Rede Bil’ams: Kp. 23
V7) Da erhob er seinen Spruch maschalמָשָׁל , indem er sprach: „Von Aram ließ mich Balak holen, der König von Moav, von den Bergen des Ostens: ‚Komm, verfluche אָרָה ara mir Ja‘akov, [ja] komm, verwünsche זֹעֲמָה so’ama IssraEl!‘
V8) Wie (aber) soll ich fluchen, wen der El אֵל nicht verflucht? (Und) wie soll ich verwünschen, wen der Ewige nicht verwünscht?
V9) Denn vom Gipfel der Felsen sehe ich ihn, und von den Hügeln schaue ich ihn: Siehe, ein Volk, das abgesondert לְבָדָד levadad wohnt und sich nicht zu den Nationen גּוֹיִם gojim zählt.
V10) Wer kann den Staub Ja‘akovs zählen und [nur schon] die Zahl des vierten Teils IssraEls? Möge meine Seele den Tod der Gerechten sterben, und mein Ende sei wie das ihre!“
= Wir finden in der ersten Gleichnisrede Bil’ams drei erstaunliche Aussagen:
- Israel ist ein abgesondertes Volk:
Bil‘am sieht Israel wie ein Volk, das getrennt von den anderen Nationen lebt und sich auch nicht zu ihnen zählt.
- unzählbar wie der Staub:
Israel wird als unzählbar beschrieben, ähnlich wie der Staub, was auf seine große Zahl und Bedeutung hinweist.
- Segen statt Fluch:
Bil‘am betont, dass er Israel nicht verfluchen kann, weil Elohim es nicht verflucht hat. Stattdessen spricht er einen Segen über Israel aus.

die zweite prophetische Gleichnisrede Bil’ams: Kp. 23
V18) Nun erhob er [wieder] seinen Gleichnisspruch maschal מָשָׁל, indem er sprach: „Steh auf, Balak, und höre! Horche auf mich, du Sohn Zippors!
V19) Elohim ist nicht ein Mensch, dass er lügt, noch ein Menschenkind, dass er bereut. Sollte er etwas sagen und es nicht tun, oder reden und es nicht ausführen?
V20) Siehe, zu segnen habe ich empfangen: er hat gesegnet, und ich kann es nicht abwenden.
V21) Er schaut keine Ungerechtigkeit אָוֶן awen in Ja‘akov und sieht kein Unrecht עָמָל amal in Israel. Der Ewige, sein Elohim, ist mit ihm: (darum] ist Jubel- und Ehrungslärm des Königs תְרוּעַת מֶלֶךְ truat-melech bei ihm [zu hören].
V22) Elohim, der sie aus Ägypten geführt hat, ist ihnen wie die Hörner des Wildochsen תוֹעֲפֹת רְאֵם toafot re’em.
V23) Denn es gibt keine Zauberei נַחַשׁ nachasch [1]gegen Ja‘akov und keine Wahrsagerei קֶסֶם kessem gegen IssraEl. Zu seiner Zeit wird über Ja‘akov und über IssraEl gesagt werden: ‚Was hat El (Großes und Wunderbares] getan!‘
מַה פָּעַל אֵל
ma pa’al el?
V24) Siehe da! Ein Volk, das wie eine Löwin לָבִיא lavi aufsteht und sich wie ein Löwe אֲרִי ari erhebt. Es legt sich nicht nieder, bis es die Beute verzehrt und das Blut der Erschlagenen trinkt.“
= In Bil‘ams zweiter prophetischen Gleichnisrede über Israel werden folgende prophetische Aussagen gemacht:
- der Ewige ist unveränderlich und zuverlässig:
Bil‘am betont, dass der Allmächtige nicht lügt noch seine Meinung ändert. Was Elohim sagt, das wird geschehen.
- IssraEl ist gesegnet:
Bil‘am kann den Segen JaHs über Israel nicht rückgängig machen. Israel ist gesegnet und bleibt gesegnet.
- Elohim sieht keine Ungerechtigkeit in IssraEl:
Elohim sieht keine Sünde oder Unrecht in Israel, und seine Gegenwart ist mit ihnen.
- Elohim ist ihre Stärke:
Elohim, der Israel aus Ägypten geführt hat, ist ihre Stärke und Macht, vergleichbar mit den Hörnern eines Wildochsen.
- keine Zauberei wirkt gegen Israel:
es gibt keine Zauberei oder Wahrsagerei, die gegen Israel wirken kann. Elohims Handlungen sind offensichtlich und mächtig.
- Israel ist stark und unbezwingbar:
Israel wird wie eine Löwin beschrieben, die sich erhebt und ihre Beute verzehrt, ohne sich niederzulegen.
[1] 4. Mo. 23, 23: nachasch נַחַשׁ = Schlange, vom Verb „abschätzen, abwägen, erahnen“. Viele Schlangen besitzen ein sog. Grubenorgan, mit dem sie Wärme ähnlich wie Ultrarotlicht wahrnehmen oder „sehen“ können. Dieses Organ befindet sich zwischen den Augen und den Nasenlöchern und ermöglicht es bestimmten Schlangenarten wie Grubenottern, Pythons und Boas, Infrarotstrahlung wahrzunehmen. Diese Fähigkeit hilft den Schlangen, warmblütige Beute selbst in völliger Dunkelheit zu erkennen. Die meisten Schlangen können sehr schlecht mit ihren Augen sehen. Doch mittels dieses Organs können sie sozusagen „abschätzen“ und dann blitzschnell mit einem Biss zuschlagen. Auch wenn dies wissenschaftlich erst heute bekannt ist, ist diese Fähigkeit den Schlangen in ihrer hebräischen Bezeichnung als Name gegeben. Hier in Vers 23 wird das hebräische Wort nachasch נַחַשׁ verwendet, um „Zauberei“ zu bezeichnen. In Vers 23 heißt es: „Denn es gibt keine Zauberei נַחַשׁ gegen Ja‘akov und keine Wahrsagerei kessem קֶסֶם gegen IssraEl.“
In diesem Kontext wird nachasch נַחַשׁ als „Zauberei“ übersetzt, um die Idee des „Schätzens“ oder „Erahnens“ zu vermitteln, was in der antiken Welt oft mit magischen Praktiken verbunden war. Die Parallele zu kessem קֶסֶם, das „Wahrsagerei“ bedeutet, liegt darin, dass beide Begriffe auf Praktiken hinweisen, die versuchen, verborgene oder zukünftige Ereignisse zu enthüllen. Während nachasch נַחַשׁ die Idee des „Schätzens“ oder „Erahnens“ durch magische Mittel betont, bezieht sich kessaem קֶסֶם auf die Praxis der Wahrsagerei oder Prophezeiung. Bil’am betont in seiner Rede, dass keine dieser Praktiken gegen Israel wirksam ist, da Elohim selbst Israel schützt und segnet. Dies unterstreicht die Macht und den Schutz, den Elohim über Israel ausübt, und die Unwirksamkeit von Zauberei und Wahrsagerei gegen das von Elohim gesegnete Volk.

die dritte prophetische Vergleichsrede Bil’ams: Kp. 24
V3) (Wieder] erhob er seinen Gleichnisspruch maschal, indem er sprach: „Das Wort Bil‘ams, des Sohnes Beors, das Wort des Mannes, der geöffnete Augen hat,
V4) das Wort dessen, der die Worte Elohims hört, der die Vision des Allmächtigen שַׁדַּי schadaj sieht/visioniert מַחֲזֵה machase, der [wenn er] niederfällt, dessen Augen geöffnet sind:
V5) Wie schön sind deine Zelte, Ja‘akov, deine Wohnungen, IssraEl!
V6) Wie Täler, die sich ausbreiten, wie Gärten am Flussufer, wie Aloebäume, die der Ewige gepflanzt hat, wie Zedern am Wasser.
V7) Wasser strömt aus seinen Eimern, und seine Saat ist reichlich bewässert. Sein König wird höher/mächtiger sein als Agag, und sein Königreich wird erhaben sein.
V8) Elohim, der ihn aus Ägypten geführt hat, ist für ihn wie die Hörner des Wildochsen תוֹעֲפֹת רְאֵם toafot-re’em: Er wird die Nationen, seine Feinde, verzehren und ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen durchbohren.
V9) Er kauert, er liegt da wie ein Löwe אֲרִי ari und wie eine Löwin לָבִיא lavi. Wer wird ihn aufwecken/aufschrecken? Gesegnet sei, wer dich segnet, und verflucht (sei), wer dich verflucht!“
מְבָרְכֶיךָ בָרוּךְ וְאֹרְרֶיךָ אָרוּר
mevarachejcha varuch, weOrarejcha arur!
= auch in Bil’ams dritter prophetischen Gleichnis-Rede über Israel wird nur Segensreiches über Israel gemacht:
- Schönheit und Fruchtbarkeit:
Bil’am beschreibt die Zelte und Wohnungen Israels als schön und fruchtbar, vergleichbar mit Tälern, Gärten am Flussufer, Aloebäumen und Zedern am Wasser.
- Reichtum und Wohlstand:
Israel wird als reichlich bewässert und wohlhabend dargestellt, mit Wasser, das aus seinen Eimern strömt, und einer Saat, die reichlich bewässert ist.
- erhabenes Königreich:
Der König Israels wird größer sein als das des Agag, und sein Königreich wird erhaben sein.
- die göttliche Stärke:
Elohim, der Israel aus Ägypten geführt hat, ist ihre Stärke, vergleichbar mit den Hörnern eines Wildochsen.
- Sieg über Feinde:
Israel wird die Nationen, seine Feinde, verzehren, ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen durchbohren.
- unbezwingbare Macht:
Israel wird wie ein Löwe und eine Löwin beschrieben, die sich ausruhen und daliegen, und niemand wird sie in ihrer Ruhe stören/aufwecken.
Bil’ams Spruch-Rede endet mit der Aussage, die an Avraham, Ja‘akov und Jizchak ergingen:
Gesegnet ist derjenige, der Israel segnet, und verflucht wird derjenige sein, der Israel verflucht.
Zum Abschluß wollen wir diese Verheißung an Israel n hier מְבָרְכֶיךָ בָרוּךְ וְאֹרְרֶיךָ אָרוּר mevarechejcha baruch weOrarejcha arur zurückverfolgen und auffinden wie sie zuvor an Avraham, Izchak und Ja’akov ergingen:
- an Avraham:
- 1. Mose 12, 3: „Wer Dich segnet werde gesegnet, wer dir flucht, sei verflucht!“
וַאֲבָרֲכָה מְבָרְכֶיךָ וּמְקַלֶּלְךָ אָאֹר וְנִבְרְכוּ בְךָ כָּל מִשְׁפְּחֹת הָאֲדָמָה
waAvarecha mevarechecha uMekalelcha a‘or venivrechu becha kol mishpechot haAdama
- an Izchak:
- 1. Mose 26, 4: „Deinen Samen werde ich vermehren wie die Sterne am Himmel. Deinem Samen habe ich dieses Land zugeteilt: es werden sich (selbst) alle Nationen/Völker der Welt in Deinem Samen segnen!“
וְהִרְבֵּיתִי אֶת זַרְעֲךָ כְּכוֹכְבֵי הַשָּׁמַיִם וְנָתַתִּי לְזַרְעֲךָ אֵת כָּל הָאֲרָצוֹת הָאֵל וְהִתְבָּרֲכוּ בְזַרְעֲךָ כֹּל גּוֹיֵי הָאָרֶץ
weHirbejti et sar‘acha keKochvej haSchamajim weNatati leSar‘acha et kol haAratzot-haEl weHitbarachu beSar‘acha kol gojej haAretz
- an Ja‘akov:
- Mose 28, 14: „(Die Anzahl) deines Samens werde so zahlreich wie der Staub auf Erden: [Deswegen] sollst du westwärts, ostwärts, nach Norden und südwärts ausbrechen. So werden sich in dir und deinem Samen alle Familien des Erd(kreises) segnen!
וְהָיָה זַרְעֲךָ כַּעֲפַר הָאָרֶץ וּפָרַצְתָּ יָמָּה וָקֵדְמָה וְצָפוֹנָה וָנֶגְבָּה וְנִבְרְכוּ בְךָ כָּל מִשְׁפְּחֹת הָאֲדָמָה וּבְזַרְעֶךָ
weHaja sar‘acha kaAfar-haAretz u’faratzta jama waKedma weZafona waNegba weNivrechu becha kol mishpechot-haAdama u‘weSar’acha.
Diese Verheißung taucht auch im Neuen Testament auf, insbesondere in Bezug auf den Segen, der durch Avraham auf alle Völker kommen wird:
- Galater 3, 8: „Die Schrift hat vorausgesehen, dass (der) Elohim die Nationen mit/im Glauben/Vertrauen emuna אֱמוּנָה Rechtfertigung erlangen werden. Darum hat er dem Avraham im Voraus die gute Botschaft (Evangelion) kundgetan: ‚In dir sollen gesegnet werden alle Völker.‘ “
Songs ‚u‘farazta…‘
‚ma tovu ohalejche Ja’akov‘
‚ma tovu‘
ma tovu ohaleicha Ja’akov, mischkenoteijcha Israel! = wie gut, wie lieblich sind deine Zelte Jakob, deine Wohnstätten Israels!
zum Schluß die Tour Joels in Jordanien auf den archäologischen Spuren, wo heraus ich einige Screenshots entnommen habe:
euch allen ein Schabbat Schalom!
