Parascha ‚toldot‘ תּוֹלְדוֹת = „Geschlechterfolge/Nachkommenschaft“ – Teil 1

Parascha ‚toldot‘ תּוֹלְדוֹת = „Geschlechterfolge/Nachkommenschaft“ – 1. Mose 25, 19 – 28, 9;
V19) Dies ist die Nachkommensschaftsliste – תּוֹלְדֹת toldot Jizchaks, des Sohnes Avrahams: Avraham zeugte Jizchak.
Es folgt hier wieder eine kurze Inhaltsübersicht dieser Tora-Lesung:
1. Mose 25, 19–34: die Geburt von Essaw (Esau) und Ja’akov (Jakob)
Rivka (Rebekka) war unfruchtbar; Jizchak (Isaak) bat für sie; dann wurde sie mit Zwillingen schwanger; ein göttliches Wort kündigte ihr zwei Völker an – der Ältere wird dem Jüngeren dienen; Essawwurde zwar zuerst geboren, danach Ja’akov; Essawverkaufte sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht;
1. Mose 26, 1–35: Jizchaks Leben in Gerar
Eine Hungersnot zwang Jizchak nach Gerar zu ziehen, wobei der Allmächtige ihn anwies, nicht nach Ägypten zu ziehen; JaH erneuerte den Bund Avrahams mit Jizchak; in Gerar gab er seine Frau Rivka als seine Schwester aus; Avi-melech entdeckte die Wahrheit und schützte sie; Jizchak wurde reich, geriet aber in Konflikte um Wasserrechte; schließlich schloss darüber einen Bund mit Avi-melech;
1. Mose 27, 1–40: Ja‘akovs Betrug und Essaws Reaktion
Jizchak wollte Essawsegnen; Rivka und Ja’akov täuschten Jizchak mit Fell und Kleidung; Jizchak segnete Ja’akov als Erstgeborenen; als Essawdavon erfuhr, verletzte ich ihn ist das sehr, weshalb er Rache schwörte; Jizchak bestätigte Ja’akovs Segen;
1. Mose 27, 41 – 28, 9: Ja‘akovs Flucht und Essaws Heirat
Rivka riet Ja’akov zur Flucht nach Haran zu seinem Onkel Lavan; Jizchak sandte ihn mit dem Segen Avrahams fort; Essaw erkannte, dass seine k‘naanitischen Frauen seinem Vater missfielen; so nahm er noch eine Tochter Jischmaels zur Frau;
Wir werden uns in dieser Parascha mit dem 26. Kapitel von beReschit (= 1. Mose), dort mit den ersten Versen näher beschäftigen.
V1) Es fiel [erneut] eine Hungersnot über das Land, die nach der vorigen Hungersnot aufkam, welche sich in den Tagen Avrahams zugetragen hatte. [Deswegen] zog Jizchak zu Avi-melech, dem König der Philister (Plischim), nach Gerar.
V2) Der Ewige war ihm erschienen, um ihm das [Folgende] zu sagen: „Zieh nicht hinab nach Ägypten. [Stattdessen] verbleibe in dem Land(esteil), das ich dir sage:
V3) [Sodann] halte dich als ein Fremdling in diesem Land auf! Ich werde mit dir sein und dich segnen. Denn dir und deinen Nachkommen werde ich alle diese Ländereien geben, [weil] ich den Schwur – שְּׁבֻעָה schvua, mit dem ich deinem Vater Avraham geschworen habe, aufrichten bzw. in Kraft setzen werde הֲקִמֹתִי haKimoti.
= V3) Ich möchte mit euch zusammen das hebräische Wort הֲקִמֹתִי haKimoti gründlich analysieren – und zwar in seinem Kontext von schwören und der Aufrechterhaltung eines Bundes.
Wurzel: קו״ם K-W-M = „aufstehen“, „aufrichten“, „bestehen lassen“;
Stamm: Hif’il (kausativ) = „etwas aufrichten“, „etwas bestehen lassen“;
Form:1. Person Singular Perfekt mit Präfix הֲ – interrogativ oder Betonung;
Bedeutung: „ich habe aufgerichtet / ich werde aufrichten“;
הֲקִמֹתִי ist formal Perfekt, aber im Kontext eines göttlichen Schwurs mit zukünftiger Erfüllung kann es futurisch gelesen werden: „ich werde aufrichten / ich werde bestätigen“;
Die Wurzel קו״ם ist im Tanach eng mit einer Bundesbestätigung – bzw. -schließung verbunden. Dazu einige Bespiele:
- Parascha ‚schemot‘ = „Namen“ - 8. Januar 2026
- Parascha ‚waJigasch‘ וַיִּגַּשׁ = „(da) trat er (ihm) entgegen“ - 31. Dezember 2025
- Parascha ‚miKez‘ מִקֵּץ = „zum Ende (hin)“ - 17. Dezember 2025
