Parascha ‚schoftim‘ שׁוֹפְטִים (= „Richter“)
Parascha ‚schoftim‘ שׁוֹפְטִים (= „Richter“) – 5. Mo. 16, 18 – 21, 9;
V18) Richter שֹׁפְטִים schoftim und Amtsaufseher/Beamte שֹׁטְרִים schotrim (= in modern-hebräisch bezeichnet dies die Polizei in Israel) sollst du dir in allen deinen Toren einsetzen, die der Ewige, dein Elohim, dir nach deinen Stämmen geben wird: Sie sollen das Volk mit gerechter Rechtsprechung/gerechtem Gerichtsurteil מִשְׁפַּט צֶדֶק mischpat-zedek richten.
Inhaltsüberblick:
Kp. 16, V. 18–22;
Israel soll gerechte Richter einsetzen, die jede Form von Bestechung meiden. Auch darf neben dem Altar des Ewigen keine Aschera und kein Götzenaltar geduldet werden.
Kp. 17
Der Abschnitt beginnt mit dem Verbot, fehlerhafte Tiere als Opfer darzubringen. In V2–7 wird der Umgang mit Götzendienst geregelt: Ein Verdacht muss sorgfältig geprüft werden, und eine Verurteilung ist nur mit zwei oder drei übereinstimmenden Zeugen möglich. Die Zeugen selbst beginnen die Strafe, um Missbrauch zu verhindern. V8–13 ordnen ein zentrales Gericht an dem von Elohim erwählten Ort an. Bei schwierigen Fällen haben Priester und Lewiten zu entscheiden, wobei das Volk ihrem Urteil folgen muss. Wer sich dem Urteil widersetzt, handelt vermessen und muss bestraft werden, damit die Ordnung erhalten bleibt.
V14–20 enthalten die Anweisungen für Israels kommenden König: Er muss aus dem eigenen Volk stammen, darf keine großen Pferdebestände, keine vielen Frauen und keinen übermäßigen Reichtum anhäufen. Stattdessen soll er eine eigene Toraabschrift besitzen, in der er täglich lesen soll, damit sein Herz nicht überheblich wird und er gerecht richtet.
Kp. 18
Die V1–8 regeln die Rechte der Priester und Lewiten: Sie erhalten feste Opferanteile und dürfen am zentralen Ort dienen; ihre Versorgung gehört zur göttlichen Ordnung. In V9–14 warnt Elohim Israel vor den magischen Praktiken der Nationen – Wahrsagerei, Zauberei, Beschwörung und Totenbefragung sind verboten. Israel soll sich nicht an heidnische Methoden wenden, sondern allein auf Elohim hören.
V15–22 verheißt Elohim einen Propheten wie Mosche, dessen Worte Israel gehorchen muss. Gleichzeitig werden klare Kriterien für echte und falsche Propheten genannt: Ein wahrer Prophet spricht im Namen Elohims und seine Worte erfüllen sich; ein falscher ruft zu anderen Göttern auf oder redet aus eigener Autorität.
Kp. 19
V1–13 regeln die Zufluchtsstädte: Wer jemanden unabsichtlich tötet, soll dort Schutz finden, damit der Bluträcher ihn nicht erschlägt. Vorsätzlicher Mord bleibt ausgeschlossen – ein Mörder darf keinen Schutz erhalten. V14 verbietet das Verrücken von Grenzsteinen, da es Diebstahl und Landraub bedeutet.
V15–21 behandeln das Zeugnisrecht: Ein einzelner Zeuge reicht nicht für eine Verurteilung. Tritt ein falscher Zeuge auf, soll ihm das geschehen, was er dem Angeklagten antun wollte. Dieses Prinzip schützt das Volk vor Ungerechtigkeit und wirkt abschreckend.
Kp. 20
V1–9 legen die Grundregeln für den Krieg fest: Der Priester soll das Volk ermutigen und an Elohims Beistand erinnern. Männer mit neuen Lebenssituationen – Haus, Weinberg, Verlobung – sowie Furchtsame werden vom Kriegsdienst entlassen. V10–15 regeln den Umgang mit Städten, die außerhalb K’naans erobert werden: Zuerst wird Frieden angeboten. Ergibt sich die Stadt, wird ihr Tributpflicht auf erlegt; lehnt sie ab, folgt der Kampf, und die Behandlung der Bevölkerung ist klar festgelegt. V16–18 ordnen für die k’naanäischen Völker den Bann an, damit Israel nicht in ihren Götzendienst gerät. V19–20 verbieten die Zerstörung fruchttragender Bäume im Krieg. Nur nicht-fruchttragende Bäume dürfen gefällt werden, denn der Mensch ist kein Baum des Feldes.
Kp. 21, V. 1–9;
Hier wird mit dem Ritual bei einem unaufgeklärten Mord erklärt. Wenn ein Erschlagener auf dem Feld gefunden wird und der Täter unbekannt ist, sollen die Ältesten der nächstgelegenen Stadt ein Sühneopfer darbringen, V1–9. Sie müssen ihre Hände über einer jungen Kuh waschen und ihre Unschuld erklären. Dann sollen sie Elohim bitten, das vergossene Blut zu vergeben, damit das Land nicht verunreinigt bleibt.
Auch diese Parascha umfasst wieder eine Vielzahl von Themen. Diesmal möchte ich mit uns die wenigen Verse im Anfangskapitel 16 näher betrachten. Hier wird uns einer der markantesten Verse gleich am Anfang dieser Lesung zum ultimativen Grundsatz der Rechtsprechung gegeben:
V19) Du sollst das Recht/die Rechtsprechung מִשְׁפָּט mischpat nicht beugen bzw. verdrehen. [Deswegen] darfst du kein Ansehen irgendeiner Person haben und du darfst keine Bestechung שֹׁחַד schochad annehmen: Denn Bestechung/Bestechungsgeschenk könnten die Augen der Weisen verblendet (oder blind macht). Dann könnten die Worte der Gerechten verdreht werden, bzw. wortwörtlich: „schwankend gemacht werden“ יסַלֵּף jissalef. – 2. Mo. 23, 8;
V20) Der Gerechtigkeit, [nichts als] Gerechtigkeit musst du nachgehen/verfolgen!
zedek zedek tirdof
צֶדֶק צֶדֶק תִּרְדֹּף
Nichts als der Gerechtigkeit / der Wahrheit oder dem Wahrheitsspruch (nach Buber) sollst du nachkommen/nachjagen!
Dann wirst du (wohl) leben und das Land ererben, das der Ewige, dein Elohim, dir geben wird.
Erklärung:
In dieser Tora-Lesung ‚schoftim‘ werden Israels Richtern zwei grundlegende Gebote für jeden Gerichtsprozess auferlegt: Erstens dürfen sie kein Ansehen der Person haben – also niemanden bevorzugen, niemanden benachteiligen und jedem Meschen im Prozeß ohne Vorurteil begegnen. Zweitens dürfen sie keine Bestechung שֹׁחַד schochad annehmen, weder finanzieller Art noch in anderer Form. Denn jede Form von Bestechung „verblendet die Augen der Weisen“, was dazu führt, dass die Worte der Gerechten verdreht werden יְסַלֵּף jessalef. Das Gericht würde dadurch nicht mehr der Wahrheit dienen, sondern sie beugen und verfälschen.
Darum wird als oberstes Motto für die ganze Glaubensgemeinschaft der markante Satz gegeben:
צֶדֶק צֶדֶק תִּרְדֹּף zedek, zedek tirdof = „Der Gerechtigkeit – nichts als der Gerechtigkeit – sollst du nachjagen!“
Das Verb תִּרְדֹּף tirdof bedeutet nicht nur „anstreben“, sondern „verfolgen, hinterherjagen, mit Ausdauer suchen“. Gerechtigkeit ist im biblischen Denken kein Zustand, sondern eine Aufgabe, die aktiv verfolgt werden muss. Wer so handelt, dem verheißt Gott Leben.
Das bedeutet: „Gerechtigkeit in jeder Hinsicht“, „Gerechtigkeit ohne Kompromiss“, „Gerechtigkeit als oberste Priorität“.
- eine Parallele dazu im Neuen Bund:
- Mt. 6, 33: „Trachtet zuerst nach dem Reich Elohims und seiner Gerechtigkeit“;
- 1. Timotheus 6, 11: „Jage der Gerechtigkeit nach“;
V21) Du sollst dir keine Aschera pflanzen, noch irgendein Holz/Baum neben dem Altar des Ewigen, deines Elohim, den du dir errichten wirst.
V22) Ebenso sollst du dir keinen Gedenkstein מַצֵּבָה mazeva aufstellen, die der Ewige, dein Elohim, hasst.
Erklärung:
In zwei kurzen, aber gewichtigen Versen verbietet die Tora jede Form von Götzendienst im unmittelbaren Umfeld des göttlichen Altars. Israel soll weder eine Aschera – also einen kultisch verehrten Baum oder Holzpfahl – neben dem Altar Elohims pflanzen, noch einen Gedenkstein מַצֵּבָה mazeva errichten, wie das bei den kanaanäischen Völkern mit ihren Kulten üblich war. Diese Warnung ist bemerkenswert, weil der zukünftige Zentralaltar in Jerusalem erst Jahrhunderte später unter König Salomo entstehen sollte. Dennoch gab es bereits zuvor rechtmäßige Zentralaltäre, die Israel im Land errichtete, der Reihenfolge nach in Gilgal, Schilo, Mizpa, Nov und später in Giv‘on. Die Tora richtete sich also nicht nur an den zukünftigen Altar im Tempel in Jerusalem, sondern an jede legitime Opferstätte seiner Geschichte.
Gilgal גִּלְגָּל war der erste Standort des Altars nach dem Einzug Israels ins Land. Von etwa 1406 bis 1399 v. Chr. stand der Mischkan dort, während Je‘hoschua (Joschua) die Feldzüge leitete. Gilgal diente rund sieben Jahre als militärisches und kultisches Zentrum, bevor der Altar weiterzog.
Es folgte Schilo שִׁלֹה. Nach der Landverteilung wurde diese Ortschaft zum dauerhaften Heiligtum und blieb dort, von etwa 1399 bis 1050 v. Chr. bestehen. Über rund 350 Jahre stand dort der Mischkan, wo auch die Feste Gottes gefeiert wurden. Hier wirkten die Priester unter Eli und Samuel. Dann verlor Schilo seine zentrale Bedeutung wegen dem Einfall der Philister, die die Bundeslade für wenige Jahre verschleppten.
Anschließend übernahm Mizpa מִצְפָּה eine Übergangsrolle als Versammlungs- und Opferort. Zwischen etwa 1050 und 1020 v. Chr., also rund 30 Jahre, richtete Samuel Israel dort und führte nationale Buß- und Erneuerungsversammlungen durch, ohne dass der Mischkan dauerhaft dort stand.
Nov נֹב wurde danach zum Sitz der Priester und des Altars. In den Jahren 1020 bis 1000 v. Chr., etwa 20 Jahre, empfing David dort die Schaubrote und das Schwert Goliats, bevor Nov durch Saul zerstört wurde und der Altar erneut verlegt werden musste.
Giv‘on גִּבְעוֹן war schließlich der letzte legitime Standort des großen Altars bevor das Jerusalem dauerhaft wurde. Von etwa 1000 bis 960 v. Chr., also rund 40 Jahre, stand der Mischkan dort. Könige wie Salomo opferten in Giv‘on, bis der Tempel in Jerusalem errichtet worden war und das Heiligtum endgültig zentralisiert wurde.
Es folgt eine nützliche Anschauungstabelle:
| Ort | Zeitraum | Dauer | relevante Bibelstellen |
| Gilgal גִּלְגָּל | 1406–1399 v. Chr. | ~7 Jahre | Jos. 4, 19–24; 5, 10–12; 9, 6; 10, 6–15; 14, 6–15; |
| Schilo שִׁלֹה | 1399–1050 v. Chr. | ~350 Jahre | Jos. 18, 1; Ri. 21, 19; 1. Sam. 1–3; 1. Sam. 4, 3–11; |
| Mizpa מִצְפָּה | 1050–1020 v. Chr. | ~30 Jahre | 1. Sam. 7, 5–17; 1. Sam. 10, 17–25; |
| Nov נֹב | 1020–1000 v. Chr. | ~20 Jahre | 1. Sam. 21, 1–9; 1. Sam. 22, 11–19; |
| Giv‘on גִּבְעוֹן | 1000–960 v. Chr. | ~40 Jahre | 1. Chr. 16, 39–40; 1. Chr. 21, 29; 1 Kön. 3, 4–5; |
| Jerusalem יְרוּשָׁלַיִם | ab 960 v. Chr. | dauerhaft | 1. Kön. 6–8; |
In der Tora werden Aschera אֲשֵׁרָה und mazeva מַצֵּבָה als zwei heidnische Kultobjekte genannt, die nicht neben dem Altar JHWHs stehen dürfen, wie wir gerade eben in 5. Mo. 16, 21–22 gelesen haben. Eine Aschera war ein heiliger Baum oder Pfahl, der die kanaanäische Muttergöttin „Aschera“ repräsentierte und als Fruchtbarkeitssymbol direkt neben Altären errichtet wurde. Die mazeva dagegen war ein aufgerichteter Steinblock, eine Stele, die im Baal‑Kult als sichtbares Zeichen der Gottheit diente. Beide Objekte standen neben dem Altar und verkörperten fremde Gottheiten, weshalb ihre Nähe den Gottesdienst Israels vermischen und die Reinheit des Altars kompromittieren würde. Im kanaanäischen Kult bildete Aschera zusammen mit Baal, dem Sturm‑ und Regenbringer, ein göttliches Paar. Baals Regen wurde als „Samen“ verstanden, Aschera als die empfangende und lebensspendende Kraft. Die Verehrung umfasste Opferhandlungen, Trankopfer, Gesänge und rituelle Tänze, die die mythologische Vereinigung der Gottheiten symbolisch nachahmten, um Fruchtbarkeit für Land, Tiere und Menschen zu erbitten.
Archäologisch ist dieser Kult in vielen Städten K‘naans nachweisbar, darunter Megiddo, Chazor und Be’er Scheva, wo heilige Bäume, Pfähle und andere Kultobjekte gefunden wurden.
Die rabbinische Tradition erklärte später, dass solche Steine in der Frühzeit Israels noch erlaubt waren, später jedoch verboten wurden, weil sie zu festen Symbolen des Götzendienstes geworden waren.
Ein eindrückliches biblisches Beispiel für diese Gefahr findet sich in Richter 6, wo Gid‘on den Auftrag erhielt: „Reiß den Altar des Baal nieder … und haue die Aschera um, die daneben steht“, Ri. 6, 25–26. Hier begegnen wir der klassischen kanaanäisch-religiösen Kombination: ein Baal‑Altar, daneben eine Aschera, und vermutlich — wie in vielen Baal‑Heiligtümern — auch eine Stele. Gid‘on zerstörte die fremden Kultobjekte und errichtete an ihrer Stelle einen neuen Altar für JHWH. Dieses Ereignis zeigt exemplarisch, warum die Tora die Errichtung solcher Symbole verbietet: Israel durfte sich nicht mit den kanaanäischen Fruchtbarkeitskulten vermischen. Es dürfte kein Synkretismus entstehen, weil der Dienst am einen Elohim Israels rein bleiben musste. Doch diese Gefahr blieb immens und führte zum Straucheln sowohl des Nordreiches Israel als auch des Südreiches Juda:
Nach Gid‘on begegnet dieselbe Vermischung später erneut in der Königszeit. König Ahab führte die Aschera‑Verehrung massiv ein: „Ahab errichtete eine Aschera“, 1. Kön. 16, 33, und im Konflikt auf dem Karmel traten nicht nur die Baalspropheten, sondern auch die Aschera‑Propheten gegen Elija an, 1. Kön. 18. Unter Manasse erreichte die Entweihung des Gottesdienstes ihren Höhepunkt, denn er „stellte die Aschera in das Haus des Ewigen“, 2. Kön. 21. Das stellte die extremste Form der Vermischung, ein heidnisches Kultsymbol mitten im Tempel, dar. Erst Jossija brach mit dieser Entwicklung: Er zerstörte den Aschera‑Pfahl im Tempel, beseitigt die mazevot (Stelen), riß die Höhenheiligtümer nieder und entfernte die heiligen Bäume, die als Kultsymbole dienten, 2. Kön. 23. Jossija wurde so zum großen Reiniger des Landes und setzte das um, was 5. Mo. 16, 21–22 forderte: kein fremdes Kultobjekt – weder Aschera noch mazeva – dürfen neben dem Altar des einen Elohim, des Ewigen, stehen.
Schließlich offenbarte der Prophet Hesekiel, dass sich auch im Südreich Juda dieser Synkretismus heimlich im Tempeldienst zu Jerusalem eingeschlichen hatte. Der Verstoß dieses Gebotes führte zu beiden Exilen, zuerst des nördlichen 10-Stämme-Reiches Israel und später für das südlichen Reich Judas zum Exil nach Babylonien.
Hesekiel bestätigt diese historische Vermischung
In Hesekiel 8 sah der Prophet in einer Vision, wie der Tempel in Jerusalem mit fremden Kultbildern entweiht wurde. Er beschreibt dort „Bilder von Kriechtieren und gräulichen Tieren und allen Götzen des Hauses Israel, ringsherum an der Wand“, V10 und „Frauen, die den Tammus beweinten“, V14. Schließlich sah er „etwa fünfundzwanzig Männer, die sich nach Osten wandten und die Sonne anbeteten“, V16. Das stellte einen direkten Bruch mit dem Gebot, keine Aschera oder Sonnensymbole neben dem Altar des Ewigen zu errichten, dar.
In Hesekiel 16 wurde Jerusalem folglich als untreue Frau dargestellt, die sich mit fremden Göttern eingelassen hatte: „Du bautest dir Höhen und machtest dir Opferhöhen an jeder Straße“, V24 und „du nahmst meine prächtigen Schmuckstücke und machtest dir daraus Bilder männlicher Gestalt“, V17. Beide Kapitel zeigen, wie Israel den Tempel und seine Berufung durch synkretistische Vermischung mit heidnischen Symbolen entweihte – genau das, was 5. Mo. 16, 21 u. 22 zu verhindern suchte.
Vielleicht mögen wir heute denken, dass dieses Problem der Verschmelzung vom reinen Dienst an Gott nur ein Problem der Antike darstellte. Doch es stellte auch in den Schriften des Neuen Bundes ein gravierendes Problem dar, weshalb es eingehende Warnungen gibt:
Der Neue Bund greift dieselbe Warnung auf und überträgt sie auf die Gemeinde im Messias:
Paulus schrieb, dass man „nicht den Kelch des Herrn und den Kelch der Dämonen trinken“ dürfe, 1. Kor. 10, 21 und er fragte weiter: „Welche Gemeinschaft hat Licht mit der Finsternis?“, 2. Kor. 6,14. Götzendienst zählte er zu den zerstörerischen Werken, die das Leben mit dem Messias kompromittieren, Gal. 5, 19–21. Johannes mahnte: „Hütet euch vor den Götzen/Abgöttern“, 1. Joh. 5, 21, und Jeschua kritisierte die Gemeinden, die heidnische Praktiken duldeten und sich mit fremden Symbolen vermischten, Offb. 2. Jakobus nannte solche Vermischung „geistliche Ehebrecherei“ und erklärte, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott bedeutet, Jak. 4, 4.
So zeigt der Neue Bund dieselbe Linie wie die Tora: Gottes Volk darf sich nicht mit fremden religiösen Symbolen, Praktiken oder Weltbildern verbinden. Synkretismus – damals Aschera und mazeva, stellen heute jede Form geistlicher Vermischung dar. Dies bleibt nach wie vor eine reale Gefahr, die die Beziehung zu Gott untergräbt und die Reinheit des Glaubens beschädigt. Diese Botschaft der Tora muss uns eine Warnung bleiben!
Allen Geschwistern einen friedlichen Schabbat!
(Anmerkung: Die Bilder und Teile des Textes wurden mit Hilfe von KI generiert.)
- Rosch haSchana und Jom-Trua - 11. September 2026
- Parascha ‚haAsinu‘ הַאֲזִינוּ = „horchet auf (ihr Himmel)“ - 9. September 2026
- Doppel-Parascha ‚nizavim‘ נִצָּבִים = (“ihr seid [vor den Ewigen] getreten!”) und ‘waJelech’ וַיֵּלֶךְ= „und er ging (hin)“ - 3. September 2026


Dirk
13. August 2026 @ 18:33
“Die Zeugen selbst beginnen die Strafe, um Missbrauch zu verhindern”.
Das heißt doch, dass bei Todesurteilen wegen Götzendienstes die Zeugen den ersten Stein selbst werfen mussten. Sie traten somit als direkte Vollstrecker auf. Falschaussagen wurden, sofern sie bekannt wurden, nach dem Vergeltungsprinzip mit derselben Todesstrafe belegt, was für die Zeugen eine ethische Hemmschwelle darstellte.
matti
28. August 2026 @ 10:08
Lieber Dirk,
hier kommt meine Antwort auf Deine Frage: Die Tora legt fest, dass die Zeugen selbst die Vollstreckung beginnen (5. Mo. 17,7). Damit trägt ihre Aussage eine unmittelbare persönliche Verantwortung: Wer bezeugt, dass ein Angeklagter eine todeswürdige Tat begangen hat, muss selbst den ersten Schritt der Strafe vollziehen.
Dieses Prinzip dient als Schutzmechanismus gegen Missbrauch. Denn wenn sich später herausstellt, dass die Zeugen gelogen haben, gilt 5. Mo. 19,19:
„Man soll ihnen antun, was sie ihrem Bruder anzutun gedachten.“
Das heißt: Falsche Zeugen erhalten genau dieselbe Strafe, die sie dem Angeklagten zugefügt hätten.
So entsteht eine starke ethische Hemmschwelle:
Wer weiß, dass er selbst den ersten Stein werfen muss und bei Falschaussage die gleiche Strafe erleidet, wird nur dann aussagen, wenn er absolut sicher ist.
Damit zeigt die Parascha Schoftim, wie die Tora ein Gerichtssystem schafft, das Wahrheit schützt und Machtmissbrauch verhindert.
Viele Grüße…ich hoffe, das beantwortet Deine Frage.
Matti