Parascha ‚schemot‘ = „Namen“
Parascha ‚schemot‘ = „Namen“ – 2. Mose 1, 1 – 6, 1;
V1) Dies sind die Namen – שְׁמוֹת schemot der Söhne Israels als sie nach Ägypten kamen – sie kamen mit Ja‘akov, ein jeder mit seinem Haus.
Kp. 1 – Unterdrückung und Bedrohung
- Israel vermehrte sich stark in Ägypten;
- ein neuer Pharao, „der Jossef nicht kannte“, fürchtete Israels Wachstum;
- Zwangsarbeit, Städtebau (Pitom, Ramses);
- Befehl: hebräische männliche Babies sollen getötet werden;
- Hebammen widersetzen sich; das Volk wächst weiter;
Kp. 2 – Geburt, Rettung und Flucht Mosches
- Geburt Mosches; Rettung durch die Tochter des Pharao;
- Mosche wuchs am Hof auf, er tötete einen Ägypter und floh nach Midian;
- Heirat mit Zipora; Geburt von Gerschom;
- Elohim hörte das Seufzen Israels und gedachte des Bundes mit Avraham, Jitzchak, Ja’akov;
Kp. 3 – der brennende Dornbusch
- Mosche hütete die Herde; der Ewige erschien im Dornbusch;
- Berufung: Mosche soll Israel aus Ägypten führen;
- Elohims Name wurde offenbart: eHJeH ascher eHJeH;
- Auftrag: den Ältesten Israels die bevorstehende Erlösung ankündigen;
Kp. 4 – Zeichen, Einwände und Rückkehr nach Ägypten
- Elohim gab Mosche drei Zeichen: Stab → Schlange; Hand → Aussatz; Wasser → Blut;
- Mosche erhielt Aharon zum Sprecher;
- Rückkehr nach Ägypten; Begegnung mit Aharon;
- erste Versammlung mit den Ältesten Israels; das Volk glaubte;
Kp. 5 – erste Konfrontation mit Pharao
- Mosche und Aharon forderten: „Lass mein Volk ziehen!“;
- Pharao lehnte ab, verschärft die Arbeit (Stroh nicht mehr geliefert);
- israelische Aufseher beschuldigen Mosche und Aharon; Mosche klagte vor Elohim;
Kp. 6 – Elohims erneute Zusage und Aharons Stammbaum
- Elohim bekräftigte den Bund: „Ich werde euch herausführen… erlösen… mir zum Volk nehmen.“
- das Volk hörte nicht wegen „kurzen Atems“ (kozer-ruach);
- Mosche erhielt einen erneuten Auftrag, zu Pharao zu sprechen;
- Stammbaum der Lewiten; Einordnung von Mosche und Aharon;
- Abschluss: erneute göttliche Sendung an Mosche;
Die Berufung Mosches – Erzählung nach 2. Mose 3, 7–10
V7) Der Ewige – in der Erscheinung eines Engelsboten – sprach: Er habe das Elend seines Volkes in Ägypten gesehen, ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört und kenne ihr Leid.
V8) Darum sei Er herabgekommen, um sie zu retten …
V9) Das Aufschreien der Kinder Israels sei vor Ihn gedrungen…
V10) Gehe nun hin: Ich sende dich zum Pharao, damit du mein Volk, die Kinder Israel, aus Ägypten herausführst!“
Die Umstände dieser Begegnung – kurz zusammengefasst, 2. Mose 3, 1–6;
Zuvor hütete Mosche die Herde seines Schwiegervaters am Chorev, als er einen Dornbusch bemerkte, der brannte, ohne vom Feuer verzehrt zu werden. Als er sich diesem außergewöhnlichen Anblick näherte, rief ihn ein Engelsbote aus dem Busch und gebot ihm, die Schuhe auszuziehen, denn der Ort sei heilig. Dann offenbarte er sich als der Elohim Avrahams, Jizchaks und Ja‘akovs — und Mosche verhüllte sein Angesicht aus Ehrfurcht.
Auf die göttliche Berufung Mosches folgen seine Einwände – er sträubte sich, der zauderte vor dieser Aufgabe
Der Auftrag war klar ausgesprochen: Mosche soll nach Ägypten zurückkehren, dort vor den Pharao treten und die Kinder Israel aus der Sklavenschaft führen. Doch Mosche reagierte nicht mit sofortiger Bereitschaft. Stattdessen entfalten sich eine Reihe von Einwänden, die seine Unsicherheit, seine Befürchtungen und sein Ringen mit der eigenen Berufung offenlegen. Diese wollen wir genauer analysieren:
1. Einwand: Zweifel an seiner Eignung
Der erste Einwand betraf seine eigene Person. Mosche fragte:
„Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen sollte…?“, 3, 11;.
Er sah sich selbst nicht als geeigneten Befreier. Elohim antwortete ihm nicht mit einer Charakteranalyse, sondern mit einer Zusage:
„Ich werde mit dir sein.“, 3, 12;.
Die Sendung gründete also nicht auf Mosches Stärke, sondern auf dem göttlichen Beistand und seiner Gegenwartszusage.
2. Einwand: Unklarheit über den Namen und die Autorität des Senders
Doch Mosche blieb sich unsicher. Sein zweiter Einwand richtete sich auf die mögliche Reaktion Israels:
„Wenn sie mich fragen: Wie ist sein Name? – was soll ich ihnen antworten?“, 3, 13;. Daraufhin offenbarte Elohim ihm Seinen Namen und Seinen ewigen Charakter:
„eHJeH ascher eHJeH“ אֶהְיֶה אֲשֶׁר אֶהְיֶה = „Ich bin, der ich bin“ oder: „Ich werde sein, der ich sein werde“, 3, 14;.
= Erklärung: Das Verb hier „ich werde sein“ eHJeH beinhaltet 3 von den 4 Buchstaben des göttlichen „Tetragramms“, was speziell in einer zweiten Offenbarung in Kp. 6, 2-3ff erklärt wird.
Damit erhielt Mosche die Grundlage seiner Sendung.
3. Einwand: Zweifel an seiner Akzeptanz vom Volk Israel
Trotz dieser Offenbarung blieb Mosche weiterhin in seinem Inneren zurückhaltend. Sein dritter Einwand leitet bereits zu Kapitel 4 über und betraf erneut die Reaktion des Volkes: Er befürchtete, dass Israel ihm nicht glauben würde und seine Sendung anzweifeln könnte:
„Sie werden mir nicht glauben und nicht auf mich hören. Denn sie werden [sicherlich] behaupten: ‚Der Ewige ist dir [doch] nicht erschienen.“, 4, 1
Mosche zweifelte an seiner eigenen Glaubwürdigkeit gegenüber dem Volk Israel. Darum begegnete Elohim diesem Einwand mit drei Wunder-Zeichen: einem Stab, der zur Schlange wurde, seiner Hand, die aussätzig und wieder gesund wurde, und dem Wasser des Nils, das auf dem Erdboden ausgegossen zu Blut wurde, 4, 2–9;
- 1. Wunder-Zeichen: Stab מַטֶּה mate zu Schlange נָחָשׁ nachasch
Der Ewige sprach(zu ihm): „Wirf den Stab מַטֶּה mate auf den Erdboden!“ Als er ihn zur Erde warf, da wurde er zu einer Schlange – נָחָשׁ nachasch, und Mosche floh vor ihr. Der Ewige aber sprach zu Mosche: „Strecke deine Hand aus und fasse sie beim Schwanz!“ Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie, und sie wurde in seiner Hand zum Stab, 4, 3-4;
- 2. Wunder-Zeichen: Hand wird aussätzig und wieder geheilt, 4, 6-7;
Weiter forderte der Ewige ihn auf: „Stecke deine Hand in deinen Schoß!“ Da steckte er seine Hand in seinen Schoß. Und als er sie [wieder] herauszog, siehe, da war seine Hand [weiß] von Aussatz, wie Schnee. Ebenso sprach er: „Tu deine Hand wieder in deinen Schoß!“ Da tat er seine Hand wieder in seinen Schoß. Und als er sie abermals aus seinem Schoß herauszog, da war sie wieder wie sein [übriges] Fleisch.
- 3. Wunder-Zeichen: Nilwasser, das auf den Erdboden ausgeschüttet wurde, verandelt sich in Blut, 4, 9-10;
„Dann nimm vom Wasser des Nil und gieße es auf das trockene Land! Dann wird das Wasser, das du aus dem Nil nehmen wirst, auf dem trockenen Land zu Blut werden.“, 4, 9;
Diese drei Wunder-Zeichen sollte Mosche dem Volk vor Augen führen, falls sie seine Sendung und seine von Elohim verliehene Führerschaft in Zweifel ziehen würden.
4. Einwand: „Ich bin nicht wortgewandt“
Er brachte schließlich noch einen weiteren Einwand vor:
„Ich bin kein Mann der (großen) Worte… weil ich schwerfällig im Reden bin.“, 4, 10;.
Darauf antwortete ihm Elohim mit einer machtvollen Erinnerung an sein Schöpferhandeln: „Wer hat dem Menschen den Mund gemacht…? Bin nicht ich es, JHWH?“, 4, 11;.
Dazu versprach er ihm: „Ich werde mit deinem Mund sein.“, 4, 12;.
5. Einwand: „Sende doch jemanden anderes!“
Schließlich kam Mosche an den Punkt, an dem er seine Zurückhaltung nicht mehr verbergen konnte. Er sagte:
„Sende doch, wen [immer] Du senden willst.“, 4, 13;.
Das ist die höfliche Form eines letzten Widerstands und meint: „Bitte sende nicht mich.“
Jetzt aber platzte Elohims Geduld, so dass er wütend auf Mosche reagierte, 4, 14;. Im Hebräischen Text steht sogar wörtlich: „da entbrannte der Zorn Elohims“.
Und doch gab er schließlich ihm auch dafür eine Lösung:
„Aharon, Mosches Bruder, soll für dich als Sprecher sein.“, 4, 14-16;
Rückkehr nach Midjan – und Aufbruch nach Ägypten – 4, 18 – 20;
Mosche kehrte zu seinem Schwiegervater Jitro zurück und bat um Erlaubnis, nach Ägypten zu gehen.
Elohim sicherte ihm zu, dass alle, die ihn einst töten wollten, inzwischen gestorben sind.
Mosche nahm seine Frau und seine Söhne, setzt sie auf einen Esel und macht sich auf den Weg.
Fortan trug nun den Stab Elohims bei sich.
Elohims Ankündigung über den Pharao – 4, 21 – 23;
Unterwegserklärte Elohim dem Mosche, dass Er selbst das Herz des Pharao verhärten wird, so dass dieser das Volk nicht ziehen lassen wird.
Mosche sollte dem Pharao ausrichten:
– Israel ist Elohims erstgeborener Sohn;
– wenn der Pharao Israel nicht ziehen lassen wird, dann werde Elohim den erstgeborenen Sohn des Pharao töten;
Diese Worte bilden den dramatischen Vorausblick auf die spätere zehnte Plage.
die rätselhafte Episode in der Herberge – 4, 24 – 26;
Auf dem Weg geschah eine geheimnisvolle und kurze, aber bedeutende Szene:
Elohim trat Mosche entgegen und wollte ihn töten.
Da griff Zippora, Mosches Frau, ein:
– sie beschneidet ihren Sohn;
– sie berührt Mosches Füße mit der Vorhaut;
– sie nennt Mosche einen „Blutbräutigam“;
Daraufhin liess Elohim von Mosche ab.
Die Episode betont die Bedeutung des Bundeszeichens der Beschneidung für Mosches Sendung.
Mosches Begegnung mit Aharon – 4, 27 – 28;
Elohim sendet Aharon in die Wüste, um Mosche zu treffen.
Die beiden begegnen sich am Berg Gottes (Chorev/Ssinaj).
gemeinsamer Auftritt vor den Ältesten Israels – 4, 29 – 31;
Mosche und Aharon gehen nach Ägypten, versammeln die Ältesten Israels und führen die Zeichen vor.
Das Volk glaubte ihnen.
Als sie hören, dass Elohim ihr Elend gesehen hat, verneigen sie sich und beten an.
Hier endet unsere heutige Tora-Betrachtung. Hier im Anhang noch die 5 Einwände Mosches als Tabelle ausgearbeitet…zum Runterladen
Allen Geschwistern Schabbat Schalom!
| Nr. | Einwand Mosches | Vers | Antwort Elohims | Vers |
| 1 | Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe? | 3,11 | Ich werde mit dir sein | 3,12 |
| 2 | Wie ist Sein Name? | 3,13 | eHJeH ascher eHJeH | 3,14 |
| 3 | Sie werden mir nicht glauben… | 4,1 | drei Zeichen (Stab-Schlange, aussätzige Hand, Wasser zu Blut) | 4,2–9 |
| 4 | Ich bin kein Mann der Worte | 4,10 | Ich werde mit deinem Mund sein | 4,12 |
| 5 | sende doch, wen Du senden willst | 4,13 | Aharon als Sprecher | 4,14 |
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