Parascha ‚ki-tavo‘ כִּי-תָבוֹא = „wenn du (ins Land) hineinkommst”
Parascha ‚ki-tavo‘ כִּי-תָבוֹא = „wenn du (ins Land) hineinkommst” – 5. Mo. 26, 1 – 29, 8;
V1) Es soll geschehen, dass wenn du in das Land hineinkommst – כִּי-תָבוֹא ki-tavo, das der Ewige, dein Elohim, dir zum Erbteil gibt. Wenn du es [dann] in Besitz genommen hast und [nun] darin wohnen wirst,…
Es folgt eine zusammenfassende Übersicht von dieser Tora-Lesung:
Kp. 26 – Erstlingsfrüchte, die Zehntabgabe und Bundeserneuerung
- V1–3) Nach dem Einzug ins verheißene Land sollten die Israeliten die ersten Früchte ihrer Ernte in einem Korb zum Tempel bringen. Dort haben sie ein historisches Bekenntnis zu sprechen, das bei den Worten beginnt: „Ein umherirrender Aramäer war mein Vater…“ Es werde sie an die Knechtschaft in Ägypten und die Befreiung durch Elohim erinnern;
- V4–10) Der Priester werde dann den Korb entgegennehmen, den er vor den Altar stellen soll. Der Israelit soll dann ein Dankgebet aussprechen, um die Hilfe Elohims und die Gabe des Landes zu würdigen. Die Erstlingsfrüchte sollen als Zeichen der Dankbarkeit geopfert werden;
- V11) Freude ist geboten: Der Israelit soll sich gemeinsam mit seiner Familie, den Lewiten und den Fremden über JaHs Gaben freuen;
- V12–15) Im dritten Jahr soll der Zehnte für Bedürftige – ma’asser ani – als besondere Abgabe entrichtet werden. Nach der vollständigen Abgabe soll der Geber ein Gebet sprechen, in dem er bezeugt, dass er alle Gebote korrekt erfüllt hat. Dann soll er Elohim um Wohlwollen für das Volk und das Land bitten;
- V16–19) Mosche rief das Volk zur Erneuerung des Bundes auf. Darauf erklärte sich Israel bereit, die Gebote des Ewigen einzuhalten. Nun bestätigte Elohim Israel als „besonderes Volk“, das über alle anderen Nationen erhöht werden soll – ein Volk, das heilig lebt und den Ruhm Gottes verkörpert;
Kp. 27 – Bekräftigung der Tora und Flüche
- V1–8) Nach dem Einzug ins Land sollten die Israeliten große Denksteine aufrichten, die sie mit Kalk bestreichen sollen, um dann die Worte der Tora darauf zu schreiben. Weiter ist ihnen aufgetragen, einen Altar aus unbehauenen Steinen zu errichten, damit darauf Friedensopfer dargebracht werden;
- V9–10) Mosche und die Priester riefen das Volk zur Aufmerksamkeit auf: „Heute bist du zum Volk des Ewigen, deines Elohim, geworden.“ Darauf folgte die Ermahnung, die Gebote des Ewigen einzuhalten;
- V11–13) Sechs Stämme sollten auf dem Berg Gerisim stehen, um den Segen zu proklamieren; sechs auf dem Berg Ejval, um die Flüche auszurufen;
- V14–26) Die Lewiten sollten zwölf Fluchaussprüche ausrufen, jeweils mit dem Ruf „Verflucht sei…“, gefolgt von einem „Amen“ des Volkes. Die Flüche betreffen verborgene oder soziale Vergehen wie Götzendienst, Betrug, Ungerechtigkeit gegenüber Schwachen und sexuelle Vergehen;
Kp. 28 – Segnungen brachot und Flüche klalot
- V1–14) – Segnungen bei Gehorsam: Wenn Israel die Gebote des Ewigen treu befolgen wird, dann werden es reichliche Segnungen treffen:
- Segen in Stadt und Feld
- Fruchtbarkeit von Mensch, Vieh und Boden
- Sieg über Feinde
- Vorrang unter den Völkern
- Reichtum und Wohlstand
- V15–68) folgende Flüche klalot kommen bei Ungehorsam – Wenn Israel die Gebote des Ewigen missachten und nicht einhalten wird, dann werden die die folgenden Flüche treffen:
- umfassende Flüche in allen Lebensbereichen
- Krankheiten, Missernten, Niederlagen
- Wahnsinn, Hunger, soziale Zerrüttung
- Belagerung und Verwüstung
- Exil und Erniedrigung unter fremden Nationen
- eine erschütternde Beschreibung von Leid und Entfremdung
Diese Fluchpassage ist die längste ihrer Art in der Tora und dient als eindringliche Warnung;
Kp. 29, 1–8 – Rückblick und Mahnung
- V1–4) Mosche erinnerte das Volk an die Wunder Elohims in Ägypten und in der Wüste. Dennoch, sagte er, habe das Volk bis heute nicht „ein Herz zum Verstehen, Augen zum Sehen und Ohren zum Hören“ gehabt;
- V5–8) JaH hatte Israel 40 Jahre lang versorgt – Kleidung und Schuhe sind nicht verschlissen. Sie haben Siege über die Könige Sichon und Oog errungen und deren Land den Stämmen Ruben, Gad und dem halben Stamm Menasche gegeben;
Diese Übersicht beendet diese Betrachtung. Wer diese Tora-Lesung tiefergehend lesen möchte, den verweise ich auf meine Ausarbeitung vom letzten Jahr.
In wenigen Tagen werde ich eine PDF-Ausarbeitung hochladen, die einen Outline der jüdischen Zerstreuungsgeschichte der letzten 2000 Jahre mit vielen Landkarten aufbereitet hat. Es ist für mich „mind boggeling“, d. h. überwältigend, wie der Schöpfer Himmels und der Erde mit seinem erwählten Volk Israel Weltgeschichte geschrieben hat, indem die Weltgeschichte eng mit der jüdischen Geschichte verbunden ist.
Euch allen Schabbat Schalom!
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- Teil 6 vom Pessach – vom 15. bis 17. Aviv - 30. April 2026

